STEUER-STUDIE: Zentralschweiz im Steuerwettbewerb Spitze

Die Schweiz ist für Unternehmen weiterhin attraktiv und braucht den Steuerwettbewerb nicht zu fürchten. Nach einer neuen Studie von BAK Basel nehmen vor allem die Zentralschweizer Kantone im internationalen Vergleich Spitzenpositionen ein.

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Blick auf den Kanton Nidwalden, der hinter Hongkong die geringste durchschnittliche Unternehmenssteuerbelastung aufweist. (Bild: Photoramacolor AG)

Blick auf den Kanton Nidwalden, der hinter Hongkong die geringste durchschnittliche Unternehmenssteuerbelastung aufweist. (Bild: Photoramacolor AG)

Der am Donnerstag in Zürich vorgestellte BAK Taxation Index 2013 weist für die untersuchten 15 Kantone eine starke Stellung im internationalen Steuerwettbewerb aus. Insgesamt hätten die Kantone seit dem Ausbruch der Finanzkrise ihre vorteilhafte Position nochmals leicht ausbauen können, sagte Martin Eichler, Chefökonom bei BAK Basel Economics, am Donnerstag in Zürich vor den Medien.

Nidwalden hinter Hongkong

Der Taxation Index untersucht die steuerliche Standortattraktivität von insgesamt 85 Regionen in 23 Ländern. Die Kantone nehmen darin Spitzenpositionen ein. Sowohl bei den Unternehmenssteuern als auch bei der Besteuerung von hoch qualifizierten Arbeitskräften gehören die steuerlich attraktivsten Schweizer Kantone zur internationalen Spitzengruppe.

Bei der effektiven durchschnittlichen Unternehmenssteuerbelastung folgen die Kantone Nidwalden, Appenzell Ausserrhoden und Luzern unmittelbar auf den am tiefsten besteuernden Standort Hongkong. Selbst die am höchsten besteuernden Kantone Bern, Zürich und Basel-Stadt weisen laut BAK-Projektleiter Beat Stamm eine im internationalen Vergleich moderate Steuerbelastung auf.

Bei der Besteuerung von Hochqualifizierten mit einem Einkommen von 100'000 Euro nach Steuern belegen Zug, Schwyz und Obwalden die Plätze hinter den asiatischen Spitzenreitern Singapur und Hongkong.

Trendwende zeichnet sich ab

Laut Stamm zeichnet sich bei der Besteuerung der Hochqualifizierten jedoch eine Trendwende ab. Während die Steuerbelastung bis 2009 kontinuierlich sank, sei in den vergangenen vier Jahren eine Erhöhung der Steuern zu beobachten.

Die kurzfristigen Aussichten seien angesichts des kleiner werdenden finanziellen Spielraums der Kantone etwas getrübt, stellte Eichler fest. Zumindest bei der Besteuerung der Hochqualifizierten zeichne sich in einigen Kantonen eine Erhöhung der Steuerbelastung ab und die Senkung der Unternehmenssteuern werde sich verlangsamen.

Insgesamt dürfte laut Eichler die starke Stellung der Kantone im internationalen Steuerwettbewerb jedoch nicht gefährdet sein.

sda