STRAFGERICHT: BDP-Politiker vor Schwyzer Gericht

Zwei Frauen klagen gegen einen Politiker, er habe sie vergewaltigt. «Das ist eine Lüge», sagt er.

Sandro Portmann
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Ist er ein Macho, der alles bekommt, was er will – oder doch eher der Gentleman, der niemandem etwas zuleide tun kann? Beide Aussagen fielen gestern vor dem Schwyzer Strafgericht. Dort sass der BDP-Politiker Jürg G. aus Walenstadt wegen mehrfacher Vergewaltigung, mehrfacher sexueller Belästigung und der sexuellen Nötigung. Zwei Frauen klagten gegen ihn. Eine der beiden war seine Chefsekretärin, die andere lernte der Angeklagte bei einer Partnervermittlung kennen. Beide beschrieben den Akt unabhängig voneinander identisch.

Urteil folgt

Während der ganzen Verhandlung stand es Aussage gegen Aussage. «Wir hatten ein Techtelmechtel», so der Angeklagte. «Er wusste zu 100 Prozent, dass ich das nicht will», sagt seine private Assistentin. Die Verteidigung forderte gestern einen Freispruch, die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung eine Freiheitsstrafe von drei Jahren. Das Schwyzer Strafgericht wird in den nächsten Tagen ihr Urteil fällen.