STRAFGERICHT: Das «Paradies» verschluckte viel Geld

Schöne Altersresidenzen wollten die drei Angeklagten in Ägypten verwirklichen. Dem Investor bleibt nur ein grosser Verlust.

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Drei gestandene Geschäftsmänner, ein Architekt (69), ein Anwalt (50) und ein Versicherungsfachmann (58), beschäftigten gestern das Schwyzer Strafgericht den ganzen Tag. Als Mitglieder des Verwaltungsrates vergriffen sie sich in der Kasse der von ihnen frisch gegründeten Firma. Diese hatte den Zweck, in Ägypten luxuriöse Altersresidenzen für Europäer zu vermarkten und verwalten. Wegen mehrfacher Veruntreuung und mehrfacher ungetreuen Geschäftsbesorgungen verlangte der ausserordentliche Staatsanwalt für das älteste und schillerndste Mitglied der Dreiergruppe eine unbedingte Freiheitsstrafe von 18 Monaten. Dies auch deshalb, weil der Bündner wegen ähnlichen Delikten schon mehrfach vorbestraft ist. Die beiden anderen sollen mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 14 Monaten auf eine Probezeit von 3 Jahren für ihre kriminellen Handlungen bestraft werden.

Ägypter als Investor
Ende März 2004 wurde die Firma Living in Paradise LIP AG (Leben im Paradies) mit Sitz in Freienbach gegründet. Das Aktienkapital von 750'000 Franken steuerte ein Ägypter bei, auf dessen Grundstück in seiner Heimat die Altersüberbauung hätte realisiert werden sollen. An diese Idee jedenfalls glaubte der Investor.

Mitte Mai 2004 liessen die drei Angeklagten und Verwaltungsratsmitglieder 230'000 Euro oder 380'000 Franken an sich selbst auszahlen. «Für das Know-how», war die Begründung. Dies sei so mit dem Investor mündlich abgemacht worden, sagen die drei im Widerspruch zum Ägypter, der davon nichts gewusst haben will. Unter dem «Know-how» verstehen die Angeklagten die Planungsarbeiten und das Präsentationsdossier, das sie erstellt haben.

Der Staatsanwalt hält in seinem Plädoyer fest: «Was ihm verheissungsvoll angepriesen wurde, endete wenig paradiesisch für den Ägypter.» Diesem glaubt der Ankläger eher, da er davon ausgeht, dass bei einer solchen Summe eine schriftliche Vereinbarung vorliegen müsste. «Oder würden sie ein solches Risiko eingehen?», fragte er die Richter.

Daniela Bellandi

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Schwyzer Zeitung.