STRAFGERICHT: Der Revolverschuss im Schlafzimmer

In einer Schwyzer Gemeinde fiel bei einem Streit ein Schuss. Die Streithähne standen am (gestrigen) Donnerstag vor Gericht.

Drucken
Teilen
(Symbolbild Stefan Kaiser/Neue LZ)

(Symbolbild Stefan Kaiser/Neue LZ)

Angeklagt waren zwei junge Männer, ein 29 Jahre alter Hilfsarbeiter und ein 25-jähriger Zimmermann. An einem Augustnachmittag im Jahr 2006 trat der Hilfsarbeiter sturzbetrunken ins Schlafzimmer des Zimmermanns. Der Hilfsarbeiter schlug auf den noch im Bett Liegenden ein, liess sich aber vom Erwachten aus dem Zimmer drängen. Kurz darauf kam er ins Zimmer zurück und stand mit einem Küchenmesser in der Hand unter der Schlafzimmertür.

Inzwischen allerdings hatte der Zimmermann hinter sein Bett gegriffen, dort einen Revolver behändigt und ihn unter der Decke mit sechs Kugeln geladen. Als der andere mit dem Messer unter der Tür stand, schoss der Zimmermann rücklings auf dem Bett liegend in die Zimmerdecke. Die Waffe legte er wieder weg. Daraufhin aber hielt der Hilfsarbeiter dem Schützen auf dem Bett das Messer an den Hals. Später beruhigte sich die Situation, der betrunkene Hilfsarbeiter ging wieder weg.

Messermann und Revolvermann
Den Streit ausgelöst hatte eine Meinungsverschiedenheit über ein Mietverhältnis. Der staatliche Ankläger beantragte gestern vor dem Schwyzer Strafgericht sowohl für den Revolver- als auch für den Messermann je eine Verurteilung wegen Gefährdung des Lebens.

Obwohl beide Angeklagten den Vorfall nicht abstritten, schilderten sie voneinander abweichende Versionen des Tathergangs. Der Messermann sagte: «Der Schuss ging mir nur fünf bis zehn Zentimeter am Kopf vorbei. Es pfiff mir noch zwei bis drei Tage lang vom Knall in den Ohren.»

«E Nüünmillimeter riglet scho no rächt», sagte dazu der Revolvermann. Er habe sich vom Messermann bedroht gefühlt und in Notwehr in die Schlafzimmerdecke geschossen aber 1,50 bis 1,70 Meter am Kopf des anderen vorbei. Der Messermann gab an, dem Gegner nur die stumpfe Seite des Küchenmessers an den Hals gehalten zu haben. Und vor der Pistole des anderen habe er gar keine Angst gehabt, «denn ich war unter Drogen».

Bert Schnüriger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Schwyzer Zeitung.