STRAFGERICHT: Mit der Schrotflinte auf die Ehefrau geschossen

Unter Alkoholeinfluss schoss ein Mann auf seine Frau und verletzte sie an den Beinen. Gestern musste er sich dafür vor Gericht verantworten.

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Als seine Frau ihm im Streit drohte, ihn zu verlassen, brannten bei ihm die Sicherungen durch. Er werde eine Familientragödie auslösen, sollte sie ihr Vorhaben in die Tat umsetzen, sagte er. Kurz darauf griff er zur Schrotflinte, die er im Schlafzimmer aufbewahrte und richtete die Waffe auf seine im Bett liegende Frau. Zu diesem Zeitpunkt hatte er mindestens 2,25 Promille Alkohol im Blut, heisst es in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Schwyz.

Er habe sie gefragt, ob sie noch leben wolle, gab die Frau später zu Protokoll. Sie habe bejaht und versucht, ihrem Mann das Gewehr abzunehmen. Als dies nicht gelang, habe sie die Flucht ergriffen. Noch bevor sie die Schlafzimmertür erreicht hatte, drückte ihr Mann ab. Das Opfer hatte Glück: Der Grossteil der rund 400 Schrotkugeln flog zwischen ihren Beinen durch. Nur etwa 40 Kugeln schlugen in die Innenseite ihrer Beine ein.

Vor dem Strafgericht konnte sich der 44-jährige Angeklagte heute – drei Jahre nach der Tat – an gar nichts mehr erinnern. 

Vier Jahre und 100 Franken Busse
Nun ist der Mann von seiner Frau und der Staatsanwaltschaft Schwyz wegen schwerer Körperverletzung und Gefährdung des Lebens angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft forderte eine bedingte Freiheitsstrafe von zehn Monaten, mit einer Probezeit von vier Jahren, und eine Busse von 100 Franken. Obwohl der Angeklagte die Tat äusserst skrupellos begangen habe, sei seine Schuldfähigkeit aufgrund des Alkoholeinflusses vermindert, so die Staatsanwaltschaft.

Die Verteidigung zeigte sich mit dem Strafmass zufrieden. Das Gerichtsurteil entsprach schliesslich ebenfalls dem Vorschlag der Staatsanwaltschaft. Wenn der Angeklagte seine Therapie gegen die Alkoholsucht fortsetze, sei eine günstige Prognose zu stellen.

«Es tut mir weh und ich schäme mich»
Nach dem Vorfall mit der Schrotflinte sei er zur tiefen Überzeugung gekommen, dass er keinen Alkohol mehr trinken sollte, erklärte der Angeklagte vor Gericht. «Ich bin ich in Einzeltherapie, gehe einmal wöchentlich zu den Anonymen Alkoholikern und habe seither dem Vorfall nichts mehr getrunken», betonte er.

Mit seiner Frau habe er sich inzwischen versöhnt, erklärte der Angeklagte. Die beiden würden inzwischen gar wieder zusammenwohnen. Die Tat tue ihm leid, sagte er und ergänzte: «Die Narben, die meine Frau hat, erinnern mich ein Leben lang daran, das tut mir weh und ich schäme mich.»

Corinne Schweizer

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Schwyzer Zeitung.