STRAFGERICHT: Pädophiler muss sich behandeln lassen

Ein 66-jähriger Lachener hat sich an zwei minderjährigen Mädchen vergangen – nicht zum ersten Mal. Am Donnerstag stand er vor Gericht.

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Sie nannten ihn Grosspapi und verbrachten viel Zeit in seiner Wohnung in Lachen, welche er selbst als «Kinderparadies» bezeichnete. Jahrelang hütete er seine Enkelin Sandra* (10) und ihre beste Freundin Nina* (8). Er gab ihnen die Geborgenheit, die sie bei Sandras Vater, der im selben Zweifamilienhaus lebt, wegen dessen Alkoholsucht nicht erhielten. «Wir hatten eine extrem enge Beziehung zueinander», so der Angeklagte. «Und plötzlich war dieser Trieb da.»

Er fasste sie an und machte Fotos
Zwischen Herbst 2006 und Frühling 2007 vergriff sich der Täter mehrmals an den beiden Mädchen. Er fasste sie an und küsste sie an intimen Körperstellen. Meistens tat er es in seinem Wohnzimmer, einmal auf einer Autofahrt zwischen Lachen und Volketswil. Ausserdem fotografierte er am 18. Juni 2007 die schlafende Sandra, nachdem er ihr vorgängig die Unterhosen hinuntergezogen hatte, so dass der Blick auf ihren Genitalbereich frei wurde.

Eine letzte Chance?
Rund eine Stunde nach der Verhandlung kam es zur Urteilsverkündung. Neben einer Busse wurde der Angeklagte zu einer 18-monatigen, unbedingten Freiheitsstrafe verurteilt. Diese muss er jedoch nur dann antreten, sollte die intensivere psychiatrische Behandlung, in die er sich begeben muss, nicht erfolgreich wird. Zum Schluss werden also die Psychiater über die Zukunft des Mannes entscheiden. Ausserdem darf er sich künftig nicht mehr alleine mit minderjährigen Mädchen abgeben. Egal ob die Therapie den erhofften Erfolg bringt oder nicht, der Verteidiger der kleinen Sandra ist sich sicher: «Das Mädchen wird ein Leben lang von diesen Vorfällen geprägt sein.»

Daniel Schriber

HINWEIS
* Namen von der Redaktion geändert.

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Schwyzer Zeitung.