Strecken-Stillegung ist kaum realistisch

Auf der Liste der unrentablen Bahnstrecken sind zahlreiche Linien in der Zentralschweiz. Dennoch ist einer Schliessung vieler Strecken nicht realistisch.

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Die S9 in Ballwil. (Bild: Archiv/Neue LZ)

Die S9 in Ballwil. (Bild: Archiv/Neue LZ)

Das «Bundesgesetz über den 2. Schritt der Bahnreform 2», enthält einen Passus, der Zündstoff birgt. So schlägt der Bundesrat vor, dass Regional-Bahnstrecken zwingend auf kostengünstige Alternativen überprüft werden müssen, wenn sie über längere Zeit einen Kostendeckungsgrad von unter 50 Prozent aufweisen.

Zurzeit erreichen weniger als die Hälfte aller Regionalzug- und S-Bahn-Linien die vom Bund gewünschte Kostendeckung. Konkret hiesse das, dass bei 175 von insgesamt 300 Regionallinien die Umstellung auf Busbetrieb droht.

Kommt es wirklich zum Kahlschlag?

Ob die radikalen Sparvorschläge des Bundes wirklich einen Kahlschlag im Regionalverkehr bedeuten, ist allerdings noch keineswegs sicher. Erstens sieht das Gesetz keinen Zwang zur Stilllegung einer Strecke vor, sondern lediglich den Zwang, einen Busbetrieb zu prüfen. Ausserdem ist zu erwarten, dass die Vorschläge aus Bern während der Vernehmlassungsphase (bis Ende November) ordentlich zerzaust werden.

Das BAV weist zudem darauf hin, dass der grösste Spareffekt dann erzielt werde, wenn gleich die ganze Schieneninfrastruktur stillgelegt wird. Und dies ist in den meisten Fällen illusorisch, da die Regionalzüge auf Strecken verkehren, die auch von (rentableren) überregionalen Zügen genutzt werden.

Seetalbahn wäre gefährdet

Eine gewichtige Ausnahme bildet allerdings die S 9 (Luzern-Hochdorf-Lenzburg). Ihre Streichung würde die komplette Stilllegung der Seetalbahn bedeuten. Auch die Strecken Biberbrugg-Einsiedeln und Langenthal-St. Urban sowie Göschenen-Andermatt sind reine Regionalstrecken und müssten wohl gleich ganz geschlossen werden, sollten die Regionalzüge verschwinden.

Robert Knobel und Charly Keiser

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Die Liste der unrentablen Strecken