Strenge Geometrie mit viel Buchs

Heidi Lustenberger-Murer und ihr Mann Hugo arbeiten mit Leidenschaft in ihrem Garten in Beckenried.

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Heidi Lustenberger inmitten des prächtigen Gartens mit dem vielen Buchs. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Heidi Lustenberger inmitten des prächtigen Gartens mit dem vielen Buchs. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Eine Mohnblume im Garten von Heidi Lustenberger. (Bild: Corinne Glanzmann)

Eine Mohnblume im Garten von Heidi Lustenberger. (Bild: Corinne Glanzmann)

Wie mit dem Zirkel gezogen sieht der grosse Kreis aus, gestochen scharf die Kanten der Buchsbäumchen, die ihn begrenzen. Der Kreis dominiert den Südteil des Gartens von Heidi Lustenberger in Beckenried. «Ich habe schon immer gerne Buchs gehabt», sagt sie. Das Jugendstilhaus, zu dem die Anlage gehört, wurde 1898 gebaut. 1933 haben es ihre Eltern übernommen. Sie erinnert sich an den damaligen Garten. Spalierobst habe es gegeben, einen Teich, einen Taubenschlag und Rosenbäumli. Während des Zweiten Weltkrieges musste alles einem Nutzgarten mit Gemüse weichen.

Wie in einem Schlossgarten

Viel später, als die Eltern gestorben waren, hat sie Haus und Umschwung übernommen. «Ich bin gerne tätig, vor allem schöpferisch», sagt die Beckenriederin eher beiläufig. Das hat sie ausgelebt bei der Gestaltung des jetzigen strukturierten Buchs-Ziergartens mit seinem grossen Mittelpunkt, dem Doppelkreis, der wiederum in einzelne Beete unterteilt ist. Die Geometrie setzt sich fort in einem grossen Viereck um den Kreis herum.

Es ist wie in einem Schlossgarten. In der Mitte des Kreises und in den Beeten zwischen der inneren und äusseren Linie sind verschiedenste Stauden und Blumen gepflanzt. Zwar blühen sie nicht mehr alle, es ist Herbst. Am besten sehe man die Struktur im Winter, wenn wenig Schnee liege. «Dann kommen die Linien aus den niedrigen Buchsbaumhecken richtig zur Geltung», so Heidi Lustenberger. Sie strahlt, wenn sie von ihrem Garten spricht oder von den Pfingstrosen, die im Zentrum des Kreises im Frühling blühen.

Minutiös geplant

Bevor es so weit war, brachte sie alles auf Papier, zeichnete einen detaillierten Plan. Dann ging es mit dem Realisieren und Pflanzen los, zusammen mit ihrem Sohn Simon und Ehemann Hugo. «Ohne meinen Mann wäre das alles nicht möglich», sagt Heidi Lustenberger. Sie steht auf der Terrasse vor ihrer Wohnung und schaut auf das Werk hinunter. Die Westseite wird durch ein Gebäude begrenzt. «Das war das Waschhaus», erklärt sie. An der Fassade wächst ein grosser Feigenbaum. Ausserhalb von Kreis und Viereck stehen riesige, über achtzig Jahre alte Buchsbäume.

Trotz den klaren Formen verändere sich der Garten jedes Jahr. «Die Blumen versamen sich selber und gehen hin, wo es ihnen gefällt», sagt die 76-Jährige lächelnd. Die Salomonssiegel und Frauenschuhorchideen gefallen ihr besonders gut. Zu erwähnen sind noch der grosse Fliederbaum, der Rosmarinstrauch in mediterranen Ausmassen, der Teich mit den Molchen und Libellen und vieles mehr. Denn trotz Geometrie und klaren Strukturen ist immer wieder etwas Neues zu entdecken.

Rosemarie Bugmann

Mein Gartentipp

bur. Bei Dahlien die Knollen direkt nach dem ersten Frost ausgraben. Die Minustemperaturen lassen die Knollen aufplatzen. So kann sich die Feuchtigkeit in die Knollenzurückziehen, und sie trocknen nicht aus. In den Kisten unbedingt mit den Stielen nach oben einlagern. Brennnesseln stehen lassen. Sie sind Hauptnahrungsmittel für viele Schmetterlingsarten.