STROM: Eine Familie bezahlt rund 200 Franken mehr

Der Strom wird massiv teurer. In Teilen der Zentralschweiz bereits ab 1. Oktober. Dafür sind nicht nur die hohen Ölpreise verantwortlich.

Drucken
Teilen
Der Strom wird in der Zentralschweiz massiv teurer. (Symbolbild Keystone)

Der Strom wird in der Zentralschweiz massiv teurer. (Symbolbild Keystone)

Als Erste müssen die Kunden der Wasserwerke Zug (WWZ) und des EW Altdorf ab 1. Oktober tiefer in die Tasche greifen. Ab 1. Januar 2009 bezahlen auch die Konsumenten im Verbreitungsgebiet der Centralschweizer Kraftwerke AG (CKW) bis zu 20 Prozent mehr für den Saft aus der Steckdose.

Eine Familie muss demnach, wenn man von einem Jahresverbrauch von 4500 Kilowatt ausgeht und einen Durchschnittspreis von 22 Rappen zu Grunde legt, jährlich 198 Franken mehr bezahlen. Neu 1188 Franken statt 990 Franken.

Ab 2009 höhere Kosten für die Netzbetreuung
In Zug werden die Stromrechnungen um 15 Prozent, im Gebiet der WWZ Hochdorf um 18 Prozent höher ausfallen. WWZ-Direktor Hajo Leutenegger macht darauf aufmerksam, dass die WWZ in der Vergangenheit Rabatte von rund 15 Prozent gewährt habe, weshalb die Preise in der Region Zug heute unter dem Schweizer Mittel liegen würden.

In zwei Etappen, ab 1. Oktober und ab 1. Januar, müssten die WWZ «massiv mehr für den von Axpo und CKW gelieferten Strom bezahlen», begründet das Zuger Unternehmen die Preiserhöhung. Ausserdem verlange die Swissgrid ab Anfang 2009 höhere Kosten für den Betrieb und die Überwachung des Übertragungsnetzes. Die Stromversorger mussten die Netzbetreuung an die Swissgrid abtreten.

In allen Kantonen der Zentralschweiz steigen die Preise
Die CKW begründet ihre Preiserhöhung um bis 20 Prozent ebenfalls mit dem Systemwechsel bei der Netzbetreuung. «Der Wechsel auf das neue System führt zu einer Umverteilung der Kosten. Die CKW wird mit ihren bisher tiefen Netzkosten zum Nettozahler», erklärt Mediensprecherin Vanessa Ghilardi. Die Kunden von Energie Wasser Luzern (EWL) müssen ebenfalls mit neuen Preisen rechnen. Konkrete Zahlen waren vom Unternehmen gestern nicht zu erhalten. EWL wird die neuen Tarife Ende August publizieren. Bis dahin müssen alle Elektrizitätswerke ihre neuen Tarife mitteilen.

In Uri müssen die Kunden künftig 20,8 Prozent mehr für den Strom bezahlen. Dies ist laut dem EW Altdorf «die erste umfassende Preiserhöhung seit 14 Jahren». Auch das wie das EW Altdorf zur CKW-Gruppe gehörende EW Schwyz will wegen der höheren Kosten die Strompreise auf Anfang 2009 erhöhen. Das Ausmass steht noch nicht fest. Für Nidwaldner und Obwaldner steht ebenfalls noch nicht fest, wie viel mehr sie bezahlen müssen. Christian Bircher, Direktor des EW Nidwalden, betont, dass das EWN auch nach dem Aufschlag zu den günstigsten Stromanbietern der Schweiz gehören wolle.

Inge Staub, Marco Morosoli und René Cotter

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Luzerner Zeitung und ihren Regionalausgaben.