STUDIE: Gymnasien reagieren auf das ETH-Ranking

Das von der ETH im Januar veröffentlichte Ranking der Gymnasien zeigt Wirkung. Über 20 Prozent der beurteilten Schulen haben aufgrund der ETH-Studie konkrete Massnahmen geplant.

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Schüler bei der Kantonsschule Alpenquai in Luzern. (Bild Pius Amrein/Neue LZ)

Schüler bei der Kantonsschule Alpenquai in Luzern. (Bild Pius Amrein/Neue LZ)

Mit der Veröffentlichung eines Rankings der Schweizer Gymnasien in der Studie «Maturanoten und Studienerfolg» hat die ETH eine kontroverse Diskussion im Bildungswesen und in der Öffentlichkeit ausgelöst. Es ging darum, zu zeigen, welche Abgänger welcher Kantonsschulen die besten Noten bei der ETH-Basisprüfung ablegen.

Besonders hervor sticht das Gymnasium Immensee, welches das Schlusslicht der ganzen, rund 60 Bildungseinrichtungen umfassenden Liste darstellt. Ebenfalls im hinteren Bereich angesiedelt sind das Kollegium Schwyz, die Kantonsschule Zug, das Kollegium Sarnen und das Kollegium St. Fidelis Stans. Die Kantonsschule Sursee liegt in der Mitte des Rankings und diejenige in Luzern mischt im oberen Drittel mit.

Qualitätssteigerung infolge Transparenz
Solche Rankings verbessern die Transparenz und tragen zu einer höheren Qualität im Bildungswesen bei: Der durch die Ranglisten erzeugte Druck führt dazu, dass Schulen nach Verbesserungsmöglichkeiten suchen und entsprechende Massnahmen einleiten. Zu diesem Schluss kommt eine von Economiesuisse, dem Verband der Schweizer Unternehmen, durchgeführte Umfrage bei den Gymnasien.

Die Antworten von gerankten und nicht gerankten Schulen unterscheiden sich signifikant. Nicht einmal drei Prozent der nicht aufgelisteten Gymnasien sehen einen Handlungsbedarf. Entsprechend wurden auch keine konkreten Massnahmen unternommen. Bei den gerankten Schulen hingegen haben bereits mehr als 20 Prozent konkrete Massnahmen geplant. Beim unteren Drittel der Rangliste erachtet sogar jede zweite Schule Massnahmen als nötig.

Rangliste wird grossmehrheitlich abgelehnt
Ein Drittel der Gymnasien geht davon aus, dass das Ranking einen positiven Einfluss auf die Bildungsqualität haben wird. Dieser Anteil ist bei Schulen, die selbst im ETH-Ranking aufgeführt sind, signifikant grösser. Dennoch lehnen die meisten Gymnasien die ETH-Studie ab. Drei Viertel finden die darin enthaltene Rangliste nicht sinnvoll. Sie befürchten, dass dadurch eine falsche und einseitige öffentliche Diskussion entsteht.

Die ETH-Studie hat in 86 Prozent der Gymnasien zu teilweise intensiven Diskussionen geführt: Im unteren Drittel der Rangliste erachten zwei von drei Schulen ihre Platzierung als ungerecht. 84 Prozent des oberen Drittels sehen ihre Position als gerechtfertigt. Weniger als drei Prozent der Schulen gehen davon aus, dass die ETH-Rangliste negative Auswirkungen auf sie haben wird. Die Mehrheit erwartet positive Konsequenzen.

Ausweitung auf Universitäten gefordert
Die Ergebnisse zeigen, dass Ranglisten wirken, wie es weiter heisst. Economiesuisse begrüsst das «mutige» Vorgehen der ETH und plädiert für einen kritischen und konstruktiven Umgang mit Ranglisten, damit der Qualitätswettbewerb in der Bildung gestärkt wird. Economiesuisse fordert, dass mittelfristig das Ranking auf die grossen Universitäten ausgeweitet wird. Nur so könne die Leistung der Gymnasien umfassend überprüft werden.

scd