STUDIE: Schindler, Also und Metall Zug zuhinterst

Wie gut ist es um die Aktionäre bestellt? Wie gross ist deren Einfluss? Eine Zuger Vermögensverwaltung hat eine Studie zu diesem Thema gemacht – mit interessanten Ergebnissen.

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Jolanda Stadelmann, Verfasserin der Studie. (Bild pd)

Jolanda Stadelmann, Verfasserin der Studie. (Bild pd)

ZCapital hat sich mit dem Stand der «Corporate Governance» in der Schweiz auseinander gesetzt, also mit der Frage, wie es um Zusammenspiel der Wahrung von Interessen der Unternehmen und der Aktionäre bestellt ist. Die Qualität der Corporate Governance bei den 130 untersuchten kleinen und mittleren börsenkotierten Unternehmen in der Schweiz ist mehrheitlich zufriedenstellend, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Die Rangliste des daraus entstandenen Ratings wird von Geberit (89 von 100 Punkten) angeführt, dicht gefolgt von Lonza (88 Punkte). Auf Rang 3 befinden sich Kardex und Swissquote (je 81 Punkte).

«Aktionäre zweiter Klasse»
Auf den hintersten Rängen sind mit der Sika AG (Rang 114, 51 Punkte), Schmolz + Bickenbach (Rang 115, 50 Punkten), der Schindler Holding AG (Rang 122, 46 Punkte) AG, der Schindler-Tochter Also (Rang 127, 44 Punkte) und der Metall Zug AG (Rang 128, 43 Punkte) gleich mehrere renommierte Unternehmen mit Sitz in der Zentralschweiz anzutreffen. Weshalb gerade diese Firmen, führt die Luzernerin Jolanda Stadelmann, Verfasserin der Studie, exemplarisch am Beispiel des Liftbauers Schindler aus: «Die Mitbestimmung der Aktionäre ist bei diesem Unternehmen sehr gering, da Präsident Alfred N. Schindler 69% der Stimmen und 40% des Kapitals hält.» Dazu komme, dass die Gründerfamilie mit allen Aktien, alle anderen jedoch lediglich mit 3% der Aktien abstimmen können. Sie spricht diesbezüglich von «Aktionären zweiter Klasse».

«Auch das Kleingedruckte lesen»
Grundsätzlich schlecht sei das Modell nicht, wie Stadelmann weiter ausführt. Nur müssten sich von Familien geführte Unternehmen bewusst sein, dass mit dem Gang an die Börse und dem Angewiesensein auf Geld Dritter auch gewisse Pflichten verbunden seien. Gewiss: Man komme nicht umhin, gerade etwa Schindler als «Erfolgsgeschichte» zu bezeichnen – und darauf komme es ja in erster Linie an. «Aber was passiert, wenn es um die Nachfolge von Alfred N. Schindler geht?», fragt Stadelmann. «Dass die Minderheitsaktionäre zu wenig mitreden können, kann dann zum Problem werden.» Daher sei es für Aktionäre von Vorteil, auch das Kleingedruckte einer Firma zu lesen, bevor man einsteigt.

Die zCapital AG mit Sitz in Zug, gegründet 2008, ist gemäss Informationen auf der Firmenwebsite ein unabhängiger Vermögensverwalter. Gemäss dem «Tages Anzeiger» hält zCapital «grosse Pakete von vier Unternehmen, die in ihrer Studie zu den 20 schlechtesten zählen».

Dave Schläpfer

HINWEIS
Die vollständige Studie kann für 25 Franken (plus 3 Franken Versandkosten) bei zCapital bestellt werden ( www.zcapital.ch , info@zcapital.ch oder über die Telefonnummer 041 729 80 83).