Sturm Lolita fegt über die Zentralschweiz

Umgestürzte Bäume, gesperrte Strassen, Stromausfälle: Sturm Lolita wirbelte am Dienstag durch die Zentralschweiz. 

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(spe/rem/map/sda) Umgestürzte Bäume sorgten im Kanton Luzern für Schäden und Strassensperrungen. In der Gemeinde Beromünster wurde die Verbindungsstrasse von Schwarzenbach nach Mosen gesperrt, wie die Luzerner Polizei mitteilt. Auch in anderen Gemeinden sowie auf der Autobahn A14 bei Ebikon sorgten umgestürzte Bäume oder Baugerüste für Verkehrsbehinderungen sorgen.

Ein umgestürzter Baum blockierte eine Spur der A14.

Ein umgestürzter Baum blockierte eine Spur der A14.

Bild: Luzerner Polizei, Ebikon, 28. Januar 2020

In Dagmersellen stürzte eine Tanne um und beschädigte Hausdächer sowie Fahrzeuge. Das genaue Schadenausmass sei noch nicht bekannt, so die Polizei.

In Dagmersellen stürzte eine Tanne auf ein Auto.

In Dagmersellen stürzte eine Tanne auf ein Auto.

Bild: Luzerner Polizei, Dagmersellen, 28. Januar 2020 

Bild: Luzerner Polizei, Dagmersellen, 28. Januar 2020

Wie ein Leserreporter berichtet, brachen wegen des Sturms in der Stadt Luzern auf dem Friedhof Friedental Äste ab und blockierten einen Weg:

Leserbild: Dario Niederberger, Luzern, 28. Januar 2020

Leserbild: Dario Niederberger, Luzern, 28. Januar 2020

In der Stadt Luzern hat der Sturm zudem ein auf dem Hotel Mr. Pickwick angebrachtes Baugerüst verschoben.

Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 28. Januar 2020

Das Gerüst wurde mit zwei Kränen vom Dach gehievt: 

Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 28. Januar 2020

Polizei und Feuerwehren im Kanton Zug im Einsatz

Im Kanton Zug gingen bei der Polizei mehrere Meldungen über umgestürzte Bäume, Bauabschrankungen und abgebrochene Äste ein. Betroffen waren hauptsächlich die Gemeinden Baar und Rotkreuz. Verletzt wurde niemand. 

Die Alosen- und Ratenstrasse zwischen Oberägeri und dem Ratenpass musste wegen Schneeglätte zwischenzeitlich gesperrt werden: 

Bild: Zuger Polizei

Bild: Zuger Polizei

Zentralschweizer Bergbahnen teilweise geschlossen

Die Pilatusbahnen hatten den Betrieb wegen starken Winden eingestellt. Auch alle Anlagen und Pisten zwischen Trübsee und Titlis in Engelberg blieben am Dienstag den ganzen Tag geschlossen. Dies melden die beiden Bahnen auf ihren Websites. Auch die oberen Sektionen der Skiarena Andermatt-Sedrun waren auf Zentralschweizer Seite, teilweise auch auf Bündner Seite geschlossen, ebenso zwei Lifte auf der Melchsee-Frutt. Im Gebiet Hoch-Ybrig sind 7 von 12 Anlagen in Betrieb.

Stromunterbrüche in Luzern, Nidwalden und Schwyz

Zwischen 9 und 11 Uhr kam es im Stromverteilnetz im Kanton Luzern zu Netzstörungen, wie die Centralschweizerischen Kraftwerke CKW meldeten. In den Gemeinden Vitznau, Weggis und Gersau fiel am Dienstagmorgen der Strom aus. Grund dafür war ein Ast, der auf eine Hochspannungsleitung fiel, was einen Kurzschluss auslöste. Betroffen waren laut einer Mitteilung des Elektrizitätswerks Schwyz rund 5000 Kunden. Die Hälfte davon hatte nach 20 Minuten wieder Strom, die restlichen Betroffenen mussten sich rund 90 Minuten gedulden.

Im Kanton Nidwalden stürzte auf dem Bürgenberg ein Baum auf eine Freileitung und verursachte einen Stromausfall. Betroffen waren rund 300 Kunden, wie das Elektrizitätswerk Nidwalden mitteilte. Der Strom wurde automatisch abgeschaltet. Nicht betroffen waren die Hotels auf dem Bürgenstock. Für die meisten Kunden dauerte der Unterbruch rund eine halbe Stunde. In Buochs und Ennetbürgen kam es teils zudem zu kurzzeitigen Spannungseinbrüchen im Stromnetz.

Wegen des Sturms landeten Gegenstände in Dallenwil auf der Engelbergstrasse und in Stans auf der A2, wie die Kantonspolizei Nidwalden auf Anfrage mitteilte. Auf der Ennetbürgerstrasse bei der Pilatuskurve blies der Sturm eine Verkehrsampel um. In Obwalden kam es laut Polizei zu keinen nennenswerten Zwischenfällen. Zwischen Sarnen und Sachseln konnten die Züge der Brünigbahn wegen Hindernissen auf den Gleisen teilweise nicht fahren.

Orkanböen in den Bergen

Meteonews gab am Dienstagmorgen eine Wetterwarnung wegen «stürmischen Winden» heraus, unter anderem für alle Zentralschweizer Kantone. Der Wetterdienst klassierte die Warnung damit auf Stufe zwei von vier. Gemäss SRF Meteo erreichten die Böen in Luzern bis zu 112 km/h, auf dem Pilatus blies der Wind mit 131 km/h, auf dem Titlis mit 122 km/h und auf dem Napf mit 114 km/h.  

Verantwortlich dafür ist das Tief «Lolita» und die damit einhergehende Kaltfront. Das Tief zog am Dienstag von Westen nach Osten.

Der Sturm brachte auch Blitze mit sich. Meteonews hat für den Kanton Luzern von Mitternacht bis um 10.50 Uhr am Dienstagvormittag 47 Blitze gezählt.

Schnee ab 500 Meter

Begleitet werden die Winde auch von Niederschlägen, die bis Mittwoch anhalten. Die Schneefallgrenze sinkt am Dienstag auf 600 bis 800 Meter, am Mittwoch liegt sei bei 500 bis 700 Meter. In den Bergen sind bis Mittwochabend bis zu 60 Zentimeter Neuschnee möglich, wodurch die Lawinengefahr ansteigen wird.

Nicht nur in der Zentralschweiz, auch in anderen Teilen der Schweiz wütete Sturmtief «Lolita», wie dieses Video zeigt:

Aufruf: Haben Sie Bilder oder Videos des Sturms oder des Schneetreibens in der Zentralschweiz gemacht? Werden Sie Leserreporter und senden Sie uns diese zu, via Formular, oder per Whatsapp:  

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