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STURMFOLGEN: «Holzpreis sollte nicht sinken»

Besonders im Kanton Luzern hat der Wintersturm Burglind grossen Schaden am Wald angerichtet. Ein Überangebot an Holz können die Waldbesitzer aber verhindern – wenn sie jetzt entsprechend reagieren.
Raphael Zemp
Forstarbeiter bei Aufräumarbeiten nach dem Sturm Burglind. (Bild: Marcel Bieri/Keystone (Huttwil, 3. Januar 2018))

Forstarbeiter bei Aufräumarbeiten nach dem Sturm Burglind. (Bild: Marcel Bieri/Keystone (Huttwil, 3. Januar 2018))

Raphael Zemp

raphael.zemp@luzernerzeitung.ch

Am Mittwoch ist «Burglind» über die Schweiz gefegt und hat Schäden an Gebäuden und Verkehrsinfrastruktur angerichtet – und nicht zuletzt auch an Wäldern. Teils wurden bloss einzelne Bäume entwurzelt oder geknickt, teils liegen ganze Baumgruppen am Boden (siehe Kasten). Nun, da die dringend­sten Aufräumarbeiten in Angriff genommen worden sind, wagen die Behörden erste Prognosen zum Ausmass.

Dabei zeigt sich: Besonders weiträumig hat es den Luzerner Wald getroffen. Alleine hier ­dürften zwischen 50000 und 100000 Kubikmeter Sturmholz angefallen sein. Das entspricht gemäss Bruno Röösli von der Dienststelle Landwirtschaft und Wald etwa 2500 Lastwagentransporten und zwischen 30 und 50 Prozent des jährlichen Gesamtholzschlags. Pikant: «Deutlich über die Hälfte der üblichen jährlichen Nutzmenge ist schon geschlagen», sagt Röösli.

Zug und Schwyz weniger betroffen

In den Kantonen Zug und Schwyz ist die Situation gemäss ersten Einschätzungen der verantwortlichen Stellen zwar nicht ganz so schlimm, aber auch hier hat «Burglind» gewütet. Mit 12 000 (Zug) respektive 25 000 Kubikmeter (Schwyz) hat der Sturm in beiden Kantonen jeweils rund ein Viertel der jährlichen Holzernte in Eigenregie gefällt. Allerdings sind in beiden Kantonen die regulären Holzarbeiten noch nicht so weit vorgeschritten wie im Kanton Luzern, entsprechend grösseren Spielraum besitzen die Waldeigentümer.

Trotz der momentan angespannten Lage im Kanton Luzern will Betriebsförster Hans-Rudolf Hochuli, Vorstandsmitglied von Wald Luzern, dem Verband der Luzerner Waldeigentümer, nichts von einem möglichen Preiszerfall wissen. «Die ersten Schätzungen fallen oftmals zu hoch aus», weiss Hochuli. Zudem seien viele ordentlich geplante Holzschläge noch nicht ausgeführt und können von den Waldeigentümern zurückbehalten werden, «um den Holzmarkt nicht unnötig zu belasten». Ein Preiszerfall beim Rundholz hätte fatale Folgen für die inländische Holzversorgungskette, denn auch ohne zusätzliches Sturmholz könnten Besitzer ihre Wälder kaum noch gewinnbringend bewirtschaften, warnt Hochuli. «Der Holzpreis liegt schon seit Jahren chronisch tief. Er deckt nur knapp die Produktionskosten», erklärt er.

«Der bereits sehr tiefe Holzpreis sollte nicht weiter sinken», glaubt auch Theo Weber, Schwyzer Kantonsförster. Der Schaden sei deutlich kleiner als bei Sturm Lothar 1999. Ein Überangebot könnten die Waldbesitzer vermeiden, wenn sie die regulären Holzschläge zurückstellten und sich nun dem Sturmholz widmeten, so Weber.

Holzverarbeiter: Seriöse Einschätzung nicht möglich

Ob und welchen Einfluss das jüngste Sturmholz auf den Holzpreis haben wird, wissen auch grosse Holzverarbeiter nicht. ­Roland Birrer, Leiter Sägewerk und Rundholzeinkauf bei der Tschopp AG in Buttisholz: «Noch schauen sich die Besitzer die Schäden in ihren Wäldern an. Für eine seriöse Einschätzung ist es noch viel zu früh.»

So oder so, der angerichtete Schaden ist für die betroffenen Waldbesitzer beträchtlich. Erstens ist das Schlagen von Sturmholz kostspieliger, weil oftmals beträchtliche Sicherheitsaus­gaben anfallen und langsamer gearbeitet werden muss. Zudem ist Sturmholz häufig weniger wert. Das gilt weniger für Bäume, die mit intaktem Stamm und samt Wurzelteller umgekippt sind, aber umso mehr für jene, die abgeknickt, gespalten oder sonst beschädigt sind.

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