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SÜDUMFAHRUNG: Plötzliches Loch neben Wohnhaus: Tunnelvortrieb in Küssnacht gestoppt

Zuerst Wasser und nun auch noch Sand: Rund ein Jahr nach dem Anstich für den bergmännischen Tunnel der Südumfahrung in Küssnacht mussten die Tunnelbauer die Arbeiten erneut unterbrechen. Eine Sandschicht hatte sich abgesenkt.
Glimpflich ausgegangen: Blick auf das Erdloch. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Küssnacht, 21. September 2017))

Glimpflich ausgegangen: Blick auf das Erdloch. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Küssnacht, 21. September 2017))

Mitte Juli war rund die Hälfte der 348 Meter Untertagebau des Tunnels Burg ausgebrochen, als ein unerwarteter Wasserzutritt die Arbeiter zwang, den Tunnelvortrieb einzustellen. Während der Abklärungen, was gegen den Wasserzutritt unternommen werden kann, sollte der Tunnel als Herzstück der Umfahrung statt von Norden von Süden her vorgetrieben werden.

Nun stocken auch da die Arbeiten, wie das Baudepartement Schwyz am Donnerstag mitteilte. Über dem Vortrieb, der rund 17 Meter unter der Oberfläche stattfindet, habe sich am Vortag eine Sandlinse gesenkt. Dadurch entstand ein mehrere Meter tiefer Schlot mit einem Durchmesser von rund fünf Metern.

Messungen hätten gezeigt, dass es sich um ein sehr lokales Ereignis handelt. Die angrenzenden Liegenschaften und die neu gebaute Stützmauer wurden nicht in Mitleidenschaft gezogen. Die instabile Zone wird nun mit technischen Massnahmen verfestigt und als Vorsichtsmassnahme zusätzlich überwacht und vermessen. Das entstandene Loch könne anschliessend wieder aufgefüllt werden.

Man gehe davon aus, dass die Vortriebsarbeiten am Tunnel nur kurzzeitig unterbrochen werden. Ob dieser Unterbruch Auswirkungen auf den Terminplan der Südumfahrung Küssnacht und auf die Gesamtkosten haben wird, lasse sich im Moment noch nicht abschätzen.

120 Millionen Franken

Die Südumfahrung Küssnacht wird als Hauptstrasse gebaut und total 1230 Meter lang sein. Die Kosten für die Strasse, die den Ort vom Durchgangsverkehr entlasten soll, werden auf 120 Millionen Franken veranschlagt. Bauherr der Südumfahrung ist der Kanton Schwyz.

Küssnacht hat seit 1972 eine Nordumfahrung, die das Dorfzentrum vom Verkehr in Richtung Luzern entlastet. Auf die Südumfahrung - die Entlastung vom Verkehr zu den Luzerner Seegemeinden an der Rigi-Südflanke - mussten die Küssnachter jahrzehntelang warten. Spatenstich war im Juni 2015.

Die Südumfahrung wird zusammen mit der Nordumfahrung in ein Gesamtverkehrssystem eingebunden. Zu diesem gehören weitere Strassenausbauten, aber auch eine Verkehrsberuhigung im Dorfkern und in den zentrumsnahen Quartieren. (sda)

«Das kam zwar schon überraschend, es ist aber nicht so krass, wie es aussieht.» Anwohner Franz Holzgang (Bild: Kilian Küttel / Luzerner Zeitung (Küssnacht, 21.09.2017))

«Das kam zwar schon überraschend, es ist aber nicht so krass, wie es aussieht.» Anwohner Franz Holzgang (Bild: Kilian Küttel / Luzerner Zeitung (Küssnacht, 21.09.2017))

Das Loch hat einen Durchmesser von rund fünf Metern. Es entstand, weil sich eine Sandschicht abgesenkt hatte. (Bild: Leserbild Peter Hauser)

Das Loch hat einen Durchmesser von rund fünf Metern. Es entstand, weil sich eine Sandschicht abgesenkt hatte. (Bild: Leserbild Peter Hauser)

Das Loch hat eine Tiefe von mehreren Metern. (Bild: Geri Holdener, Bote der Urschweiz)

Das Loch hat eine Tiefe von mehreren Metern. (Bild: Geri Holdener, Bote der Urschweiz)

Das Erdloch hat man aus Sicherheitsgründen abgesperrt. (Bild: PD)

Das Erdloch hat man aus Sicherheitsgründen abgesperrt. (Bild: PD)

Rechts die Betonpumpe, links das Erdloch. (Bild: PD)

Rechts die Betonpumpe, links das Erdloch. (Bild: PD)

Meter für Meter wird das Loch mit Beton gefüllt. (Bild: PD)

Meter für Meter wird das Loch mit Beton gefüllt. (Bild: PD)

Blick auf die Wohnhäuser in der Nähe. (Bild: Geri Holdener, Bote der Urschweiz)

Blick auf die Wohnhäuser in der Nähe. (Bild: Geri Holdener, Bote der Urschweiz)

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