TAGWACHE BRUNNEN: Bartlivaters Morgenprogramm

Der Schnee dämpfte die Lautstärke des Urknalls in Brunnen. Aber trotzdem wurde die Bartlifamilie pünktlich abgeholt.

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Pfarrer Jürg Turnheer predigte an der Bartlimesse wie gewohnt in Reimen. (Bild Daniela Bellandi/Neue SZ)

Pfarrer Jürg Turnheer predigte an der Bartlimesse wie gewohnt in Reimen. (Bild Daniela Bellandi/Neue SZ)

Um 5 Uhr knallte es – aber nicht so laut wie andere Jahre. Der Schnee hat den Urknall, der den Hauptfasnachtstag in Brunnen ankündigt, zu dämpfen vermocht. Doch ein echter Fasnächtler spürt auch sonst, wann er aus den Federn muss.

So marschierten Punkt 6 Uhr rund 250 Guugger durch die mit Fackeln erhellte Grossmatt. Bartlivater Beat Schlüssel und seine Familie erwarteten die Fasnächtler mit Würsten und heissen Getränken. Die «Feuerteufel» liessen ein Feuerwerk in den klaren Morgenhimmel steigen, und die Guugger setzten zum Ständchen an. Auch zahlreiche ehemalige Bartliväter gaben dem diesjährigen Oberhaupt der Brunner Fasnacht die Ehre.

Originelle Bartlimesse
Vor dem grossen Umzug am Nachmittag besuchte das Bartlipaar und sein Nachwuchs das Altersheim und das Kloster, so wie es die Tradition vorschreibt. Mit dem Segen des heiligen Dominikus, alias Pfarrer Jürg Thurnheer, konnte dabei nichts schiefgehen.

Seine witzigen, ironischen, aber trotz allem tiefgründigen Worte sorgten an der Bartlimesse in der Bundeskapelle einmal mehr für viele Lacher und kräftigen Applaus. 45 Minuten lang machte der Brunner Pfarrer sich Gedanken über internationale, nationale und lokale Themen.

In seinen originellen Reimen erzählte er vom Bundesrat und der Bildungspolitik, von der Klimaerwärmung und der Minarett-Initiative, von Konietzkas Gesundheitsmatte, die es im «Ochsen» gebe neben einer Bernerplatte. «Sie heilt alles, jedes Weh, vor allem Timos Portemonnaie», stellt der Geistliche fest.

Aber auch die Idee mit dem Puff auf der Rigi und die alte Sust verleiteten Pfarrer Thurnheer, zu dichten. Zu dieser Ruine meinte er: «Ich hoffe Gott wird uns behüten, vor noch weitren alten Hütten. Sonst möcht ich zu der Ansicht neigen, dass hier die Steuern nochmals steigen.»

Daniela Bellandi