Teuer und begehrt: Wohnen wie im Hotel

Ein 1-Zimmer-Studio für 4800 Franken im Monat, eine Wohnung für fast 1000 Franken pro Tag: In Luzern und Zug schiessen die Mieten durch die Decke. Das freut Luxusanbieter - und ärgert Mieterverbände.

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Das Schlafzimmer der wohl teuersten Wohnung Luzerns: Wohnen in der 7,5-Zimmer-Residenz im Westflügel des Luzerner Hotels National. Die Résidence National wird unabhängig vom Hotelbetrieb geführt. (Bild: pd)

Das Schlafzimmer der wohl teuersten Wohnung Luzerns: Wohnen in der 7,5-Zimmer-Residenz im Westflügel des Luzerner Hotels National. Die Résidence National wird unabhängig vom Hotelbetrieb geführt. (Bild: pd)

Die Nachfrage nach Wohnungen mit Hotelservice, so genannten «Serviced Appartements» oder «Business-Appartements», ist ungebrochen hoch. Allein in der Stadt Zug gibt es nach Einschätzung von Kennern etwa 200 solche Wohneinheiten. Tendenz steigend.

Die Firma «Service Station» etwa ist ein mittelgrosser Anbieter von Business-Appartements in Luzern und Zug. Sie vermietet vollausgestattete Wohnungen mit Hotelservice, die vor allem von international tätigen Firmen für (oft ausländische) Kadermitarbeiter gemietet werden. Während das Geschäft in Zug floriert, hat der Standort Luzern nicht das gebracht, was man sich erhofft hatte.

Gegen den Vorwurf, mit seinem Geschäftsmodell bezahlbaren Wohnraum für weite Teile der Bevölkerung unbezahlbar zu machen, wehrt sich Willimann vehement. «Unsere Appartements befinden sich allesamt an sehr attraktiver Zentrumslage und sind für uns entsprechend teuer.» Der Profit sei nicht überrissen.

Unanständig wirds allerdings, wenn sich Immobilienfirmen bewusst Wohnungen in günstigen Quartieren unter den Nagel reissen, die Mieter rauswerfen und dort dann teure Hotelwohnungen schaffen. Mehrere Branchenkenner bestätigen unserer Zeitung gegenüber dieses Geschäftsgebaren. Schwarze Schafe tummeln sich vor allem in Zug.

Pascal Imbach

<em>Den ausführlichen Artikel lesen Sie in der Zentralschweiz am Sonntag.</em>