Tiefer gelegene Skigebiete in der Zentralschweiz warten auf den Wintereinbruch

Frau Holle macht es spannend: Die tiefer gelegenen Skigebiete der Zentralschweiz wappnen sich für eine womöglich grüne Weihnacht und stellen für ihre Gäste alternative Angebote zum Schneesport auf die Beine.

Madleina Huwyler
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In Engelberg liegt die Klostermatte im Grünen. Dort, wo sich sonst Schneesport-Neulinge im Skifahren, Snowboarden und Schlitteln üben können, stehen die Lifte momentan still. Die warmen Temperaturen und Föhnstürme der vergangenen Woche haben dem Schnee arg zugesetzt.

Auf der Klostermatte liegt (fast) kein Schnee.

Auf der Klostermatte liegt (fast) kein Schnee.

Bild: Philipp Schmidli (Engelberg, 20. Dezember 2019)

Die Brunni-Bahnen sind allerdings vorbereitet und setzen zurzeit einen Plan B um. «Auf der Klostermatte entsteht derzeit eine Weihnachtseisbahn mit synthetischem Eis, das keine Kühlung braucht», sagt Thomas Küng, Geschäftsführer der Brunni-Bahnen, auf Anfrage. Gäste können auf dem 300 Quadratmeter grossen Eisfeld Schlittschuh laufen und einen 100 Meter langen, winterlich dekorierten Parcours absolvieren.

Der Schlittschuhparcours auf der Klostermatte.

Der Schlittschuhparcours auf der Klostermatte.

Bild: PD

Wie jedes Jahr erwarte Engelberg über die Weihnachtszeit eine grosse Gästezahl und habe entsprechend diese Alternativlösung geplant. Küng ist zuversichtlich, dass in den kommenden Tagen zumindest oberhalb von 1300 Metern genügend Schnee fällt, um den regulären Betrieb aufnehmen zu können.

So sieht es an der Talstation der Marbachegg aus.

So sieht es an der Talstation der Marbachegg aus.

Bild: Webcam (Stand Freitag 16 Uhr)

Auch auf der Marbachegg auf 1500 Meter über Meer müssen sich Gäste mit alternativen Aktivitäten zum Schneesport beschäftigen. Am Samstag wird hier die Wintersaison eröffnet – ohne Schnee. Zwar konnten gewisse Stellen künstlich beschneit werden, doch der zusammenhängende Schnee zum Ski- oder Snowboardfahren fehlt. «Es braucht kühlere Temperaturen, um die Skipisten optimal präparieren zu können», erklärt Betriebsleiter Stefan Wittwer. Ungewöhnlich sei die diesjährige Situation allerdings nicht, und eine Alternative zum Schneesport gebe es auf jeden Fall: Für zehn Franken fahren Fussgänger und Wanderer auf den Berg und wieder zurück.

An Skifahren nicht zu denken: Mörlialp.

An Skifahren nicht zu denken: Mörlialp.

Bild: Webcam (Freitag 16 Uhr)

Winterwanderwege haben auch ohne Schnee durchaus ihren Reiz, so etwa auf der Mörlialp. Der heute geplante Saisonstart der Skilifte musste wegen den mangelnden Schneeverhältnissen allerdings verschoben werden. Für die Gäste gibt es laut dem Verwaltungsratspräsident André Strasser eine Kunsteisbahn und auch die Gastronomie sei geöffnet.

Rossweid, Sörenberg.

Rossweid, Sörenberg.

Bild: Webcam (Freitag 16 Uhr )

René Koller, Direktor der Bergbahnen Sörenberg, ist in Anbetracht der bevorstehenden Festtage zuversichtlich. «Auf dem Rothorn liegt in jedem Fall genügend Schnee für den Wintersport», sagt Koller. Im Dorfgebiet sei der Winterbetrieb zurzeit zwar nur reduziert möglich, man hoffe allerdings auf den prognostizierten Schneefall in den nächsten Tagen.

Rigi-Kulm mit Blick auf Staffel.

Rigi-Kulm mit Blick auf Staffel.

Bild: Webcam (Freitag 15 Uhr)

Für diesen Fall steht man auch bei den Rigi-Bahnen in den Startlöchern. Man sei gut vorbereitet, lassen die Bahnen auf Anfrage verlauten. Die Schlittelpiste musste wegen der aktuellen Wetterlage vorübergehend geschlossen werden, doch man hoffe nun auf den grossen Schnee für die Festtage. Bis dann ist Wandern angesagt.

Während also tiefer gelegene Skigebiete mit den unglücklichen Schneeverhältnissen zu kämpfen haben, müssen sich Schneesportler auf der Melchsee-Frutt, Hoch-Ybrig, Andermatt-Sedrun oder Engelberg-Titlis diesbezüglich weniger Sorgen machen. Alle vier Skigebiete haben fast alle Anlagen in Betrieb, heisst es auf Anfrage. Dank dem im November gefallenen Schnee konnten die Pisten bereits im Vorfeld intensiv präpariert werden. Das kommt diesen Skigebieten jetzt zu Gute. Lediglich auf die Talabfahrten müssen Ski- und Snowboarder zum Teil noch verzichten.

Und wie steht es mit grünen Weihnachten im Flachland? Das ist realistisch, sagt ein Sprecher von Meteo Schweiz auf Anfrage. Unterhalb von knapp 1000 Metern muss mit einer grünen Weihnachtsfeier gerechnet werden. Doch für Skigebiete wie Marbachegg, Sörenberg, Mörlialp oder gar die Klostermatte in Engelberg sieht es positiv aus. In den nächsten Tagen gibt es immer wieder weisse Flocken. Zunächst liegt die Schneefallgrenze noch zwischen 1000 und 1400 Metern, am Montag ist Neuschnee bis knapp unter 1000 Meter möglich. Nach Weihnachten bleibt die Wetterlage nach heutigen Prognosen zwar weiterhin veränderlich, doch zumindest mit den milden Phasen und Föhnstürmen sei es für das Jahr 2019 definitiv vorbei.