TIERPARK GOLDAU: Es ist das Jahr des Frosches

Amphibien haben eine ungewisse Zukunft – wegen des Menschen und eines tödlichen Pilzes. Der Natur- und Tierpark Goldau setzt sich gezielt für bessere Lebensräume der Amphibien ein.

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Auch die Existenz des Laubfrosches ist von einem Pilz bedroht. (Bild pd)

Auch die Existenz des Laubfrosches ist von einem Pilz bedroht. (Bild pd)

Scheinbar ohne ersichtlichen Grund sterben vor den Augen von Natur- und Tierforschern nach und nach ganze Amphibienarten weg, heisst es in einer Medienmitteilung des Natur- und Tierparks Goldau.

Seit knapp zwei Jahrzehnten lasse sich das rapide Verschwinden verschiedener Lurcharten beobachten – und das überall auf der Welt gleichzeitig: in Mittelamerika ebenso wie in Australien, Chile oder in den Anden, heisst es weiter. In Europa brechen ganze Froschpopulationen ein. Fast die Hälfte der 6000 Amphibienarten sind vom Aussterben bedroht, rund 120 Arten sind in den letzten Jahren bereits verschwunden.

Eine Kampagne für Amphibien
Die Zukunft der Molche, Salamander und Frösche sieht laut Mitteilung alles andere als rosig aus. Deshalb hat die «European Association of Zoos and Aquaria» (EAZA) das «Jahr des Frosches» lanciert.

Diese Aktion unterstützt eine globale Kampagne, die sich ganz dem Schutz der Amphibien verschrieben hat. Auch der Natur- und Tierpark Goldau beteiligt sich an der Kampagne. «Amphibien sind ein wichtiger Teil der Nahrungskette», erklärt der Tierpfleger Bruno Herger, «doch leider wird ihnen immer häufiger das Zuhause gestohlen. Man verbaut ihre Lebensräume, korrigiert Bäche und legt Tümpel trocken.»

Jeder kann etwas für Frosch und Salamander tun
Die zerstörten Lebensräume müssen kompensiert werden – und hier können alle ohne grösseren Aufwand einen Beitrag leisten, heisst es in der Medienmitteilung. Zum Beispiel, indem man im eigenen Garten ein Biotop anlegt.

Der Natur- und Tierpark verfüge schon seit langem über Biotope, die von Amphibien gut genutzt werden. Über Bedrohung und Schutz informiert eine kleine Ausstellung zu den Amphibien, die im Natur- und Tierpark Goldau. Daneben befindet sich ein neues, grossräumiges Terrarium für Laubfrösche und Gelbbauchunken.

Im «Jahr des Frosches» werden laut Tierpark zudem zahlreiche Führungen und Schulprogramme veranstaltet; dabei kann man Erdkröte, Feuersalamander, Laubfrosch und Kammmolch näher kennen lernen – und sogar anfassen.

Amphibien sind ein Indikator für den Umweltzustand
Zum rasanten Artensterben führen vor allem klimatische Gründe. Amphibien sind laut Mitteilung ein so genannter Indikator für den Umweltzustand – sie haben ein aussergewöhnliches Gespür für die Qualität von Lebensräumen, wenn es ihnen nicht gut geht, liegt etwas in der Luft.

Die Amphibienhaut sei sehr durchlässig, Schadstoffe können leicht in den Körper eindringen, heisst es weiter. Die hohe Empfindlichkeit der Amphibien gegenüber Umweltgiften liefere auch wichtige Hinweise über potenzielle Gefahren für den Menschen.

Ein tödlicher Pilz bedroht die Tiere
Der grösste Feind der Amphibien – neben dem Klimawandel – ist gegenwärtig aber ein Chytrid-Pilz. 1998 wurde eine neue Art dieser Pilze entdeckt; man stellte fest, dass sie eine Vielzahl der Amphibien infiziert.

Der Chytrid-Pilz breitet sich mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 Kilometern im Jahr aus und lässt sich bislang nicht aufhalten. Wo er auftaucht, sterben etwa 50 Prozent der Amphibienarten aus.

ana