TIERPARK GOLDAU: Grösseres Gehege für die Wildkatzen

Für die Europäische Wildkatze gibt es in der Schweiz kaum mehr Lebensraum. Der Tierpark Goldau züchtet deswegen die gefährdete Tierart für ein Wiederansiedlungsprojekt in Bayern und hat für die Katzen ein neues Gehege gebaut.

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Eine Wildkatze im Natur- und Tierpark Goldau. (Bild: pd)

Eine Wildkatze im Natur- und Tierpark Goldau. (Bild: pd)

Die Europäische Wildkatze - auch Waldkatze genannt - schaut nur auf den ersten Blick wie eine getigerte Hauskatze aus. Ihre Fellzeichnung ist verwaschener als die des Stubentigers, ihr Schwanz buschiger und ihr Gehirn im Verhältnis zum Kopf grösser.

Zudem ist die Wildkatze im Vergleich zur Hauskatze ein Vielfrass. In ihrem Magen befinden sich meistens mehr als zwölf Mäuse, bei der Hauskatze sind es meist weniger als acht.

Sie sehen aus wie getigerte Hauskatzen... (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
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Bild: Manuela Jans / Neue LZ
Ihr Schwanz ist jedoch buschiger und ihr Gehirn im Verhältnis zum Kopf grösser als die des Stubentigers. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Zudem ist Ihre Fellzeichnung verwaschener als die von Hauskatzen. (Bild: Sigi Tischler / Keystone)
Bild: pd
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Bild: Sigi Tischler / Keystone
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Bild: Sigi Tischler / Keystone
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Sie sehen aus wie getigerte Hauskatzen... (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Die Europäische Wildkatze, die als scheue und mäusejagende Einzelgängerin auch in den Wäldern des Mittellandes lebte, ist nicht mit der Hauskatze verwandt. Deren Vorfahren dürfte die Afrikanische Wildkatze (Falbkatze) gewesen sei.

Wildkatzenpaar mit zwei Jungtieren

Im Mittelland findet die Wildkatze heute kaum noch Lebensraum, weil die grossen, zusammenhängenden Wälder fehlen. Nur im Jura gebe es wieder eingewanderte Exemplare, schreibt der Tierpark. Ein harter Winter würde jedoch genügen, um diese Population zu gefährden.

Der Tierpark Goldau unterstützt deswegen mit Züchtungen ein Wiederansiedlungsprojekt im Bayerischen Wald. Im Tierpark lebt zur Zeit ein Wildkatzenpaar mit zwei Jungtieren. Die Tiere verfügen seit einigen Tagen über ein neues Gehege.

Neues Gehege bietet mehr Platz

Im Gegensatz zum bisherigen, 28 Jahre alten Gehege hätten die Katzen im neuen mehr Platz und mehr Möglichkeiten zum Klettern, teilte der Tierpark am Dienstag anlässlich der Einweihung mit.

Im neuen Gehege müssen sich die Tiere die Nahrung, ein bisschen wie in der freien Wildbahn, erarbeiten. Das Futter kann an diversen Orten versteckt werden, eine Fütterungsanlage wurde so konstruiert, dass die Wildkatzen ihrer Beute auflauern müssen.

Dank des neuen Geheges ist es auch für die Besucher einfacher, den scheuen Waldbewohner zu beobachten. Für Zuschauer wurde ein überdachter Besuchereinblick gebaut, von dem sie ohne Gitterbarriere in den "Wildkatzenwald" blicken können.

sda

Blick in das neue, grössere Wildkatzengehege. (Bild: pd)

Blick in das neue, grössere Wildkatzengehege. (Bild: pd)