TIERPARK GOLDAU: Im Tierpark Goldau sterben zwei Leitwölfe

Die beiden Leittiere des Wolfs­rudels im Tierpark Goldau sind tot. Die Wölfin musste eingeschläfert werden. Die vier Welpen sind wohlauf.

Drucken
Teilen
Eines der vier Wolfswelpen im Tierpark Goldau. (Bild pd)

Eines der vier Wolfswelpen im Tierpark Goldau. (Bild pd)

Am vergangenen Montag fanden die Tier­pfleger des Tierparks Goldau den 19-jähri­gen Leitwolf tot in der Wolfs­höhle vor, wie der Tierpark Goldau in einer Pressemit­teilung am Donnerstag schreibt. Aufgrund einer Sektion stellte man fest, dass die Todesursache eine Milzdrehung mit darauf folgendem Milzriss war, und der Leitwolf daran verblutet ist.

Irreversible Veränderungen
Die Leitwölfin dagegen litt gemäss der Mitteilung schon seit längerem unter zeitweisem Kopfschütteln. Besonders heftig war dieses Kopfschütteln am Tag des ersten Integrationsversuchs der vier kleinen Wölfchen am 8. Juli. Weil bereits der Leitwolf tot aufgefunden wurde, musste schnell gehandelt werden, denn die alte Leitwölfin hätte mit ihren Krankheitssymp­tomen im bestehenden Wolfsrudel nicht lange überlebt.

Deshalb wurde die 13-jährige Leitwölfin am vergangenen Dienstag, einge­schläfert, weil aufgrund der Symptome und dem hohen Alter eine Behand­lung bei den gegenwärtigen Rudelstrukturen kaum Erfolg versprechend gewesen wäre.

Die Sektion zeigte laut Tierpark eine chronische, altersbedingte Innen­ohrveränderung und eine Nierenentzündung. «Dies sind irreversible Veränderungen», erklärte Tierarzt Martin Wehrle, der den schweren Entscheid unterstützt hat.

Sozialsystem finden
Die vier jungen Wölfchen Samu, Ronja, Raita und Runa sowie die drei bestehende Wölfe vertragen sich aufgrund von Beobachtungen gut, gehen sich aber aus dem Weg.

«Die sieben Tiere müssen nun ihr eigenes Sozialsystem finden. Dies kann einige Zeit dauern», erläutert Wehrle und meint, dass die Bären und Wölfe erst in ein paar Monaten, wenn sich die jetzige Rudelstruktur gefestigt hat, gemeinsam im dafür vorgesehenen Gehege aufeinander treffen werden.

Nachwuchs gesucht
Die Verantwortlichen des Tierparks Goldau weisen weiter darauf hin, dass die bestehende Wolfspopulation kürzlich in ihr neues Zuhause gezügelt wurde. Das Rudel mit den beiden eben verstorbenen Leitwölfen im Alter von 13 und 19 Jahren und ihre drei Nachkommen (zwei Männchen und ein Weibchen, geboren 2003) hätte sich gut an seine neue Umgebung angepasst.

Schon vor dem Umzug sei klar gewesen, dass die Leittiere ihre Lebenserwartung eigentlich bereits erreicht hatten. Deshalb hätte Tierarzt Martin Wehrle bereits vor Monaten nach geeignetem Nachwuchs gesucht. Fündig wurde er im Wildpark Schorfheide (D), der ein geeignetes Wolfsrudel hatte.

ror/get