TOURISMUS: Weniger Seilbahnen, dafür mehr Komfort

Kein anderes Land weist eine so hohe Dichte an Seilbahnen auf wie die Schweiz. Seit rund 25 Jahren ist die Anzahl der Seilbahnen insgesamt jedoch rückläufig. Auch in der Zentralschweiz.

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Viele Seilbahnen, wie hier aktuell am Pilatus, werden auf den aktuellsten Stand gebracht. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Viele Seilbahnen, wie hier aktuell am Pilatus, werden auf den aktuellsten Stand gebracht. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Die Schweiz gilt als das Land der Seilbahnen. Auch in Sachen Innovationen stehe die Schweiz an erster Stelle, wie das Wirtschaftsportal ROI am Dienstag berichtet. Ende 2013 wären in der Schweiz insgesamt 2470 Anlagen entweder mit einer eidgenössischen oder kantonalen Bewilligung ausgestattet gewesen.

Der grösste Teil der Anlagen stünde in den Kantonen Wallis (577 Anlagen) und Graubünden (513 Anlagen). Die Region Zentralschweiz folgt mit 341 Anlagen im nationalen Vergleich auf Platz vier. Die Zentralschweizer Anlagen generierten gemeinsam gemäss einer Erhebung des Dachverbandes Seilbahnen Schweiz einen Personenverkehrsertrag von 120 Millionen Franken. «An den regionalen Marktanteilen hat sich über die letzten Jahre hinweg wenig verändert», schreibt dazu der Verband der Schweizer Seilbahnen.

Direkte und indirekte Einkommen

Viele der Zentralschweizer Bahnunternehmungen würden den eigentlichen Motor in der touristischen Entwicklung der Region bilden, schreibt ROI weiter. Sie sorgten mit ihren Arbeitsplätzen für eine Belebung des lokalen Gewerbes und verhinderten die Abwanderung aus den Bergregionen.

Im Weiteren induziere die Seilbahnbranche auf Grund der lokalen Verankerung mit der örtlichen Industrie- und Tourismusbranche neben der direkten Transportwertschöpfung auch indirekte Einkommen. Zu den Arbeitsplätzen bei den Transportanlagen kämen etliche Arbeitsstellen in den vielfach eigenen Nebenbetrieben wie Restaurants und Hotels hinzu.

Ersatz- statt Neubauten

Die Zahl der neu gebauten und mit einer eidgenössischen Konzession ausgestatteten Seilbahnen habe sich weiter in den letzten Jahren auf einem relativ tiefen Niveau eingependelt. Neue Gebiete würden praktisch keine mehr erschlossen. Der Grund dafür ist, dass seit den 1990er-Jahren viele Schlepplifte rückgebaut oder durch Umlaufbahnen ersetzt worden sind.

In der Regel werden heute bestehende Anlagen rückgebaut und durch neue, meist auch leistungsfähigere Bahnen ersetzt. Die Anzahl der Ersatzanlagen beziehungsweise Umbauten bewege sich seit einigen Jahren im tiefen zweistelligen Bereich. Bahnen der heutigen Generation wiesen gegenüber ihren Vorgängermodellen entweder ein grösseres Fassungsvermögen und/oder eine höhere Transportgeschwindigkeit auf.

Mehr Komfort ist gefragt

Der Seilbahnkunde von heute erwarte zudem ein hohes Mass an Komfort, und das nicht nur während des eigentlichen Transports, sondern auch im ganzen Gebiet. Dazu gehöre insbesondere im Winter auch die technische Beschneiung. Der Zeitraum des Schneesportbetriebs kann dadurch verlängert werden und die Qualität der Pisten wie auch die Sicherheit der Schneesportler würden dadurch massiv erhöht.

Im Winter 2012/13 wurden in der Schweiz rund 41 Prozent der präparierten Pisten technisch beschneit, Tendenz nach wie vor steigend. Zum Vergleich: In Österreich wurden im gleichen Zeitraum 60 Prozent und in Italien gar 70 Prozent der Pisten mit technisch produziertem Schnee belegt.

pd/uus