Überdurchschnittliche Zentralschweizer Tauglichkeit

Jede fünfte Person wurde 2011 für den Militär- oder Zivildienst für untauglich erklärt. Damit blieb die Tauglichkeitsrate in den letzten fünf Jahren relativ konstant. Die GSoA kritisiert die Zahlen. Drei Zentralschweizer Kantone gehörten zu Spitzenreitern der diensttauglichen Stellungspflichtigen.

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Jugendliche Männer bei der Aushebung, hier in Steinhausen. (Archivbild / Neue ZZ)

Jugendliche Männer bei der Aushebung, hier in Steinhausen. (Archivbild / Neue ZZ)

wie das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) am Donnerstag mitteilte, seien im vergangenen Jahr insgesamt 41'082 Stellungspflichtige auf ihre Diensttauglichkeit hin beurteilt worden. Zwei von drei Personen wurden dem Militärdienst zugeteilt - darunter 118 Frauen. Rund jeder Sechste muss Zivildienst leisten.

Die höchsten Tauglichkeitsquoten - zwischen 74,8 und 79 Prozent - verzeichneten die Kantone Nid- und Obwalden, Luzern, Aargau und Glarus. Die tiefsten Raten wiesen der Kanton Zürich mit 53 Prozent und der Kanton Jura mit 55,7 Prozent auf.

Wie das Verteidigungsdepartement mitteilte, wurden 4358 Durchdiener rekrutiert. Im Jahr davor waren es nur 3805 Personen. Das VBS erklärt diesen Anstieg damit, dass «vermehrt für diese Funktionen Werbung gemacht wurde».

GSoA kritisiert Zahlen

Die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) sieht in den massiven Unterschieden zwischen den Kantonen eine Verletzung der sogenannten Wehrgerechtigkeit. Es sei auffällig, dass etwa der Kanton Nidwalden eine Tauglichkeitsquote von 79 Prozent aufweise, während sie im urbanen Kanton Zürich lediglich bei 54 Prozent liege. Wenn im Kanton Zürich 25 Prozent weniger Stellungspflichtige tauglich sind als im Kanton Nidwalden, dann sei die Wehrgerechtigkeit eine Farce.

Die generell hohe Untauglichkeitsquote von 65% sei «eine Entlastung für die Armee und politisch gewollt», so die GSoA. Das VBS und konservative Kreise würden an der Wehrpflicht festhalten, obwohl der Armeebestand massiv gekürzt werde. «Der Entscheid über die Tauglichkeit wird immer willkürlicher», wird GSoA-Sekretär Nikolai Prawdzic zitiert.

sda / kst