Um Lehrlinge wird schon früh hart gekämpft

Schon in der 7. Klasse werden Lehrlinge rekrutiert – viel zu früh, sagen Berufsämter und Gewerbeverband.

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Besonders in den handwerklichen Berufen haben die Lehrmeister Mühe, Nachwuchs zu rekrutieren. (Bild: Keystone)

Besonders in den handwerklichen Berufen haben die Lehrmeister Mühe, Nachwuchs zu rekrutieren. (Bild: Keystone)

Es seien vor allem grosse Betriebe, die viel zu früh mit dem Anwerben von Jugendlichen für eine Lehrstelle begännen, sagt Josef Widmer, Leiter der kantonalen Dienststelle für Berufs- und Weiterbildung des Kantons Luzern. Dies sei häufig schon im 7. Schuljahr der Fall. Zudem werde direkt an Informationsveranstaltungen an den Sekundarschulen rekrutiert. Verträge würden in vielen Fällen schon in der 8. Klasse abgeschlossen.

«Das ist problematisch», sagt auch Urs Brütsch, Leiter des Amts für Berufsberatung im Kanton Zug. Ihm sei von Fällen berichtet worden, in denen Achtklässlern schon bei der ersten Schnupperlehre ein Vertrag angeboten worden sei.

Josef Widmer warnt davor, dass eine zu frühe Berufswahl zu vermehrten Lehrabbrüchen führe. Häufig entwickelten sich die Jugendlichen weiter, die Interessen veränderten sich. Dies sei auch für die Unternehmen schlecht.

Unterstützung von Gewerbeverband

Sukkurs erhält Widmer vom Direktor des Luzerner Gewerbeverbandes, Werner Bründler. Hinzu komme, dass das frühe Anwerben der guten Schüler dazu führe, dass die schlechteren diskriminiert würden. Josef Widmer weist darauf hin, dass Betriebe zu häufig nur auf die Schulnoten abstellten. «Andere Aspekte wie etwa die Sozialkompetenz werden vernachlässigt.» Und Werner Bründler sagt: «Eigentlich reicht es, wenn die Lehrverträge ein paar Monate vor Lehrantritt unterzeichnet werden.»

Auch schon in der 5. Klasse

Einzelne Firmen in der Zentralschweiz nutzen sogar die Gelegenheit, sich an Fünftklässler zu wenden – an Zukunftstagen, die von Schulen organisiert werden. Ab der 7. Klasse werden häufig Informationsnachmittage veranstaltet, an denen sich Unternehmen den Jugendlichen anpreisen.

Luzia Mattmann

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Die meisten haben eine Lehrstelle

Die Situation auf dem Lehrstellenmarkt in der Zentralschweiz präsentiert sich sehr unterschiedlich. Während in den Kantonen Uri, Nid- und Obwalden nur vereinzelte Schüler noch keinen Lehrvertrag haben, sind es im Kanton Schwyz immerhin über 200 (rund 16 Prozent) und im Kanton Zug etwa 130 (rund 13 Prozent). Für den Kanton Luzern liegen noch keine Zahlen vor.

lm