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Umstrittene Brunner Lottofirma gibt auf

Das neue Geldspielgesetz bricht dem umstrittenen Brunner Unternehmen das Genick: Die Euro-Lotto Tipp AG muss sich auflösen. Der Grossteil der 25 Arbeitsplätze geht aber nicht verloren.
Laura Inderbitzin
Das neue Geldspielgesetz verbietet Tippgemeinschaften fürs Lottospielen. (Bild: Nadia Schärli (16. Dezember 2016))

Das neue Geldspielgesetz verbietet Tippgemeinschaften fürs Lottospielen. (Bild: Nadia Schärli (16. Dezember 2016))

Die Euro-Lotto Tipp AG gibt es nicht mehr. Die Brunner Firma hat sich per Ende Dezember aufgelöst – allerdings nicht freiwillig. Denn per 1. Januar ist das neue Geldspielgesetz in Kraft getreten, welches die Firma als illegal einstuft. Nun ist die gewerbliche Organisation von Spielgemeinschaften, wie sie das Unternehmen bis im vergangenen Jahr angeboten hatte, verboten.

Die Brunner Firma betrieb als einzige in der ganzen Schweiz dieses Geschäftsmodell und ist damit auch die einzige, die in dieser Art vom neuen Gesetzesartikel betroffen ist. «Wir haben uns ziemlich heftig dagegen gewehrt», sagt der ehemalige Inhaber Walter Inderbitzin.

Bereits 2016, als das Geldspielgesetz in Bern beraten wurde, habe man mit zahlreichen Parlamentariern gesprochen. «Wir haben versucht, ihnen unsere Lage zu erklären und sie zu überzeugen», sagt Inderbitzin. Das gelang jedoch nicht, und beide Räte akzeptierten das neue Gesetz. Als verschiedene Jungparteien das Referendum ergriffen – allerdings aus anderen Gründen – half die Euro-Lotto Tipp AG beim Unterschriftensammeln und unterstützte das Komitee auch generell.

Angestellte arbeiten nun eine für andere Firma

Doch am Ende nützte alles nicht. «Wir hatten keine Chance», so Inderbitzin. Das Referendum wurde im vergangenen Juni mit über 70 Prozent abgelehnt und besiegelte damit das Ende der Brunner Firma. «Das ist Demokratie, das müssen wir nun halt akzeptieren.» Man habe letztlich nicht viel machen können. In Brunnen hatte das Unternehmen 25, schweizweit insgesamt 80 Personen angestellt. Diese Arbeitsplätze gehen nun aber nicht gänzlich verloren. «Wir wussten ja, dass das passieren kann und waren dementsprechend darauf vorbereitet», sagt der Unternehmer.

In Brunnen können 20 Personen weiterbeschäftigt werden, die restlichen fünf konnten bereits eine eigene Lösung finden. Schweizweit habe man insgesamt 60 der 80 Stellen erhalten können.

Nicht mehr in der Branche aktiv

Die meisten Angestellten arbeiten nun für die Internet Werbe AG (IWAG) mit Sitz in Brunnen. Inderbitzin ist alleiniger Verwaltungsrat des Unternehmens. «Primär übernehmen wir Kundengewinnungs- und Verwaltungsaufträge von anderen, grösseren Firmen», erklärt er. Hauptsächlich arbeite man da als Subunternehmen von grossen Anbietern in der Strombranche. In der Lotterie-Branche sei Inderbitzin hingegen nicht mehr aktiv.

Häufig in der Kritik

Die Euro-Lotto Tipp AG wurde schon mehrmals kritisiert. Sowohl der «Kassensturz» als auch der «Beobachter» warnten, dass rund 60 Prozent des Lotto-Einsatzes vom Brunner Unternehmen jeweils selber eingesackt werde. Inhaber Walter Inderbitzin sagte damals dazu, dass das Angebot des Unternehmens durchaus attraktiv sei.

2016 wollte die Lotterie- und Wettkommission die Firma zudem aus dem Verkehr ziehen. Die Rekurskommission urteilte allerdings, dass die Euro-Lotto Tipp AG nicht gegen geltendes Recht verstosse und somit weiterarbeiten dürfe. (li)

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