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Umstrittener Generalvikar erhält päpstlichen Ehrentitel

Der Papst ernennt Martin Grichting zum Ehrenprälaten. Der Präsident der Kantonalkirche Schwyz spricht von einem Affront.
Martin Grichting. (Bild: PD)

Martin Grichting. (Bild: PD)

Der umstrittene Generalvikar des Bistums Chur, Martin Grichting (44), ist am Sonntagnachmittag in der Churer Kathedrale zum päpstlichen Ehrenprälaten ernannt worden. Die Ernennungsurkunde von Papst Benedikt XVI. wurde ihm von Bischof Vitus Huonder (69) überreicht. Mit der Verleihung dieses zweithöchsten päpstlichen Ehrentitels stärkt Rom dem Stellvertreter des Bischofs den Rücken.

Dass nun ausgerechnet der Mann, der sich mehrfach gegen das staatskirchenrechtliche System der Schweiz und für die Abschaffung der Kirchensteuer aussprach, einen solchen Ehrentitel erhält, sind für Werner Inderbitzin, Präsident der Kantonalkirche Schwyz, eine Überraschung und ein «Affront gegenüber den staatskirchlichen Körperschaften. Offenbar ist es eine Kompensation für die Nichternennung als Weihbischof der Diözese Chur. Welche Verdienste Martin Grichting in Rom erworben hat, weiss ich nicht. Für die Kirche Schweiz sehe ich keine», sagte Inderbitzin auf Anfrage unserer Zeitung am Sonntag.

Fronten seit Monaten verhärtet

Die Fronten zwischen dem Bistum Chur und der Vereinigung der Kantonalkirchen des Bistums (Biberbrugger Konferenz) sind seit vielen Monaten verhärtet. Die Biberbrugger Konferenz forderte vom Bischof noch im letzten Frühling, dass er sich von Grichting trennt. Vergeblich.

Dass dem Generalvikar jetzt sogar ein päpstlicher Ehrentitel verliehen wurde, sei bezeichnend für die Geheimdiplomatie im Bistum Chur. Inderbitzin dazu: «Manchmal frage ich mich, ob nicht Grichting in Chur heimlich regiert.»

Im letzten Herbst wurde mit der «Dualen Herbstreflexion» eine neue Diskussionsrunde gestartet zur Verbesserung der Beziehung zwischen dem Ordinariat und der Biberbrugger Konferenz, sagt Werner Inderbitzin. «Diese Ehrung von Generalvikar Grichting hilft nicht, die verhärteten Fronten aufzuweichen», so Inderbitzin. Im Gegenteil. Sie sei ein Stich in offene Wunden. «Man kann nur hoffen, dass Prälat Grichting möglichst bald wegbefördert wird. Wenn diese Ehrung eine Vorstufe dazu ist, könnte man es auch als gutes Zeichen werten.»

Die Aufgabe der Ehrenprälate des Papstes besteht darin, den Papst zu unterstützen und zu beraten. Sie sitzen meistens in hohen Funktionen. Weltweit tragen fast 6000 Personen diesen Titel. Grichting darf jetzt zudem einen schwarzen Talar mit violetten Knöpfen tragen. Seine Anrede ist «Hochwürdigster Herr Prälat» oder «Monsignore».

Roger Rüegger/Neue Luzerner Zeitung

<em>Den ausführlichen Artikel zu diesem Thema finden Sie in der &laquo;Neuen Luzerner Zeitung&raquo;&nbsp;&nbsp;vom 16. Januar 2012 oder im E-Paper.</em>

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