Unerwünschte Zuwanderer in Gärten und Wiesen

Sie sind farbenprächtig und schön: Sommerflieder und Drüsiges Springkraut. Doch sie bedrohen die einheimischen Gewächse.

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Der Sommerflieder ist im Kanton Schwyz bereits stark verbreitet. (Bild: PD)

Der Sommerflieder ist im Kanton Schwyz bereits stark verbreitet. (Bild: PD)

Das Drüsige Springkraut kann sich rasch verbreiten. (Bild: PD)

Das Drüsige Springkraut kann sich rasch verbreiten. (Bild: PD)

Sommerflieder und Drüsiges Springkraut: Die beiden leuchtend rosa bis violett blühenden Pflanzen sind auf der Schwarzen Liste der Schweizerischen Kommission für die Erhaltung von Wildpflanzen als unerwünscht taxiert. Das Pflanzen des Drüsigen Springkrautes ist gar verboten. Sommerflieder und Drüsiges Springkraut können sich derart rasant vermehren, dass sie die einheimischen Pflanzen grossflächig und massiv verdrängen und damit die Artenvielfalt stark beeinträchtigen.

Als Zierpflanze wurde das Drüsige Springkraut im 19. Jahrhundert aus Asien eingeführt und ist heute auch im Kanton Schwyz vorhanden. Seine rosaroten Blüten sind von Juli bis September an Standorten wie Waldlichtungen oder Uferlandschaften gut erkennbar. Die einjährige, bis zwei Meter hohe Staude bevorzugt nasse, nährstoffreiche Böden. Die Pflanze breitet sich rasch aus und kann grossflächige dichte Bestände bilden, welche die einheimische Vegetation verdrängen. Nach dem Verblühen bildet eine Pflanze bis zu 2500 Samen, welche durch Schleuderkapseln bis sieben Meter weit verstreut werden und bis sechs Jahre keimfähig im Boden bleiben. Entsprechend rasch kann sie sich die Pflanze bei geeigneten Bedingungen verbreiten. Wenn die oberirdischen Pflanzenteile im Spätherbst absterben, verbleibt ein unbewachsener, wenig verwitterter Boden, welcher stark erosionsgefährdet ist.

Irrtum Schmetterlingspflanze

Der Sommerflieder ist im Kanton Schwyz bereits stark verbreitet. Seine bevorzugten Standorte sind Kiesgruben, Steinbrüche, felsige Hänge, Wald- und Strassenränder, Bach- oder Seeufer. Hartnäckig hält sich die Meinung, dass der aus China eingeführte bis drei Meter hohe Strauch eine wichtige Nahrungspflanze der Schmetterlinge sei. In der Tat sind viele Schmetterlinge an den violetten bis weissen Blüten zu beobachten. Für die Schmetterlingsraupen jedoch bildet diese gebietsfremde Pflanze keine Nahrungsquelle.

Für Schmetterlinge viel wichtiger sind einheimische Pflanzen, die sowohl den Raupen wie auch den Schmetterlingen Nahrung bieten. Als Alternative für den Sommerflieder soll zum Beispiel der heimische „Gemeine Flieder“ (Syringa vulgaris) im Garten gepflanzt werden.

Frühzeitige Bekämpfung

Zur Verhinderung der weiteren Verbreitung müssen Sommerflieder (ab Juli) und Drüsige Springkräuter (ab Juni) vor der Samenreife ausgerissen oder ausgegraben werden. Jetzt im Spätsommer können bei Sommerfliedern die Blüten abgeschnitten werden, bevor diese Flugsamen bilden. Das Pflanzenmaterial darf nicht kompostiert oder abgelagert werden, sondern muss der Kehrichtverbrennung zugeführt werden.

pd/rem

Hinweis:
Wer invasive Neophyten antrifft, sollte dies dem Kanton Schwyz unter www.sz.ch/neobioten melden. Informationen zu Neophyten unter www.neophyt.ch oder unter www.cps-skew.ch – Schweizerische Kommission für die Erhaltung von Wildpflanzen (SKEW).