Unfall in Beromünster: Bedingte Freiheitsstrafe für betrunkenen Autofahrer

In einem Waldstück hat ein betrunkener Autofahrer einen Selbstunfall verursacht. Der Beifahrer wurde lebensgefährlich verletzt. Das Luzerner Kriminalgericht verurteilte den jungen Mann zu 22 Monaten bedingt.

Roger Rüegger
Drucken
Teilen

Ein heute 23-jähriger Autofahrer verlor im November 2016 die Kontrolle über einen BMW. Das Auto kollidierte in einem Waldstück bei Beromünster mit mehreren Bäumen:

Bild: Luzerner Polizei (Beromünster, 16. November 2016)

Beim Unfall wurde der Beifahrer lebensgefährlich verletzt. Bis heute kann der junge Mann nicht arbeiten. Beim Fahrer wurde damals eine Blutalkoholkonzentration von mindestens 1,63 Promille ermittelt.

Das Luzerner Kriminalgericht verurteilte den Fahrer für qualifizierte grobe Verletzung der Verkehrsregeln, Führen eines Personenwagens in angetrunkenem Zustand und fahrlässige schwere Körperverletzung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 22 Monaten bei einer Probezeit von drei Jahren.

Bild: Luzerner Polizei (Beromünster, 16. November 2016)

Staatsanwalt beantragte sechs Monaten Gefängnis unbedingt

Der Staatsanwalt beantragte bei der Verhandlung am 30. April eine Freiheitsstrafe von 30 Monaten, davon sechs Monate unbedingt. Für das vorbildliche Verhalten nach dem Unfall reduzierte er den Antrag um drei Monate auf 27 Monate, weil der Beschuldigte aufrichtige Reue gezeigt und den Beifahrer regelmässig besucht habe. Er habe sich stets nach dessen Gesundheit erkundigt.

Dennoch müsse der Beschuldigte die Verantwortung für sein Handeln übernehmen. Die Höchstgeschwindigkeit an der Unfallstelle beträgt 80 Stundenkilometer. Gemäss Gutachten habe die Geschwindigkeit zwischen 101 und 121 Stundenkilometer betragen. Der Beschuldigte habe bei seiner Fahrt um das sehr hohe Risiko eines Unfalls mit schwersten Verletzungs- oder Todesfolgen für die Fahrzeuginsassen gewusst. «Dadurch gefährdete er krass sorgfaltswidrig neben dem Beifahrer auch sich selber», heisst es in der Anklageschrift. Der befreundete Beifahrer sei nur durch Zufall und dank der stabilen Fahrgastzelle des BMW dem Tod entgangen.

Der Verteidiger der Autofahrers war der Auffassung, dass eine Strafe von 18 Monaten angemessen sei. Diese bei einer Probezeit von drei Jahren. Er argumentierte unter anderem, dass sein Mandant sich in der Ausbildung befinde. Bei einer Haftstrafe würde er seine Anstellung verlieren.

Das Urteil liegt im Dispositiv vor, es ist noch nicht rechtskräftig.

Mehr zum Thema