UNFALLSTATISTIK: Freizeitunfälle 2008 auf neuem Rekordstand

Die Zahl der Freizeitunfälle hat im vergangenen Jahr in der Schweiz einen Rekordstand erreicht: Den Unfallver­sicherern wurden 482'000 Unfälle in der Freizeit gemeldet.

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Skiunfall auf dem Hochstuckli. (Archivbild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Skiunfall auf dem Hochstuckli. (Archivbild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Das sind 5,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Arbeitsunfälle stieg um 1,9 Prozent auf 268'000.

Insgesamt hat die Zahl der Unfälle 2008 im Vergleich zum Vorjahr um 3,8 Prozent auf 762'000 zugenommen, wie die Sam­melstelle für die Statistik der Unfallver­sicherung UVG (SSUV) zu den Daten der 37 Schweizer Unfallver­sicherer schreibt.

Dabei handelte es sich in 482'000 Fällen um Freizeitunfälle. Dies sind 5,3 Prozent mehr als im Vorjahr und bedeutet einen neuen Rekord.

Die Zahl der Berufsunfälle hat um 1,9 Prozent auf 268'000 zugenommen. Dieser Anstieg Berufsunfälle widerspiegelt laut der SSUV das bei der damals noch guten Wirtschaftslage erfolgte Beschäftigungswachstum von rund zwei Prozent. Die Zahl der Unfälle in der Unfallversicherung für Arbeitslose ist erneut um mehr als zehn Prozent auf 12'000 gesunken.

Massiv mehr Unfälle im Schneesport
Der deutlich stärkere Zuwachs bei den Freizeitunfällen um 5,3 Prozent wird auf das gute Wetter zurückgeführt. Ein erheblicher Teil der Unfälle in der Freizeit geht laut der SSUV auf das Konto des Schneesports, wo im Vergleich zum Vorjahr gut ein Viertel mehr Unfälle gemeldet wurden. Aber auch die Unfälle beim Fussballspielen und Fahrradfahren nahmen um fünf bis zehn Prozent zu.

Der Einfluss der Witterungsbedingungen auf die Unfallzahlen kann beachtlich sein, wie die SSUV schreibt. So zeige ein Vergleich der zweiten Augusthälften der Jahre 2008 und 2003, dass an den Arbeitstagen in beiden Jahren regelmässig um die 1'100 Freizeitunfälle verzeichnet wurden. An Samstagen und Sonntagen waren es je um die 2'000.

Grosse Unterschiede zeigten sich jedoch am Wochenende vom 30. und dem 31. August. So hätten sich bei sonnigem und warmem Wetter 2008 insgesamt über 4500 Freizeitunfälle ereignet, bei regnerischem Wetter seien es 2003 mit 2900 Freizeitunfällen rund ein Drittel weniger gewesen.

Weniger Unfälle während der Euro 08
Für ein Mal scheine im vergangenen Jahr auch der Passivsport der Gesundheit weniger abträglich gewesen zu sein, schreibt die Sammelstelle. So waren während der Euro 08 im Juni 2008 im Vergleich zu 2003 rund 20 Prozent weniger Freizeitunfälle verzeichnet worden. In den Wochen davor und danach waren es etwa gleich viel gewesen. Vermutlich sei zu Gunsten der Übertragung der Fussballspiele vielfach auf Aktivsport verzichtet verzichtet worden.

ap