UNWETTER: Bahnbetrieb auf den Pilatus eingestellt

Der angekündigte Sturmwind «Gonzalo» wütete in der Zentralschweiz. Die Pilatusbahnen stellten den Betrieb am Mittwochmittag ein. Auf dem Bürgenstock kippte ein Kran um. Derweil ist in Uri die Strasse zwischen Göschenen und Andermatt wegen Schnees weiterhin gesperrt.

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Vorboten des Sturms. Im Bild: Honau am Dienstagabend. (Bild: Leserreporter Simon Infanger)

Vorboten des Sturms. Im Bild: Honau am Dienstagabend. (Bild: Leserreporter Simon Infanger)

In den Niederungen wurden die stärksten Böen in Altdorf mit rund 126 Stundenkilometern erreicht, wie der Wetterdienst MeteoGroup Schweiz mitteilte.

Begleitet wurde der Sturm von starkem Niederschlag. Am meisten Regen in der Zentralschweiz fiel in Einsiedeln mit knapp 40 Litern pro Quadratmeter innerhalb von elf Stunden.

Die Winde entwurzelten zahlreiche Bäume, fegten Baustellenabschrankungen und Signale um und sorgten so für Behinderungen auf Strassen. Zu Verletzten kam es gemäss Behördenangaben nicht.

Der intensive Teil der Sturmfront strömte über den Stanserboden zwischen Buochserhorn und Bürgenstock Richtung Vierwaldstättersee. Dabei wurden in Ennetbürgen und Buochs Dächer abgedeckt. Auf dem Bürgenstock kippte ein Baukran mitsamt der Verankerung auf ein Gebäude. Wegen Schneefalls stellten ausserdem die Pilatusbahnen den Betrieb von Alpnachstad auf Pilatus Kulm am Mittwochmittag ein. Es war dies derzeit die einzige Verbindung auf die Bergspitze.

Nidwalden: Bis am Mittag bereits über 100 Schäden registriert

Neben diesen grösseren Schäden erwartet die NSV Nidwaldner Sachversicherung in Stans viele kleinere Gebäude- und Mobiliarschäden, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilt. Es zeichne sich ab, dass der Grossteil der Schäden bei der Dacheindeckung an Ziegeln und Eternitplatten entstanden ist. Bis am Mittwochmittag seien bereits über hundert Schäden erfasst worden. Die Erfahrung zeige, dass bei dieser Ausgangslage letztlich mit mehreren hundert Schäden zu rechnen sei. Die NSV rechne jedoch mit einem Schadenvolumen, das insgesamt nicht als ausserordentlich einzustufen sei.

Viele Nottrufe bei Polizei und Feuerwehr

Der Einsatzleitzentrale der Luzerner Polizei wurden zwischen 18.30 und 22.54 Uhr 48 Vorfälle wegen des Sturmes gemeldet, wie diese am Mittwoch mitteilt. An 25 Orten habe die Feuerwehr aufgeboten werden müssen. Bäume wurden entwurzelt und blockierten Strassen, Baustellenabschrankungen und Signali­sationen kippten um. An vier Orten musste die Feuerwehr wegen angestautem Wasser ausrücken.

Die Schadenhöhe könne zurzeit nicht abgeschätzt werden. Meldungen wegen Verletzten gab es keine.

Auch im Kanton Zug kam es zu rund einem Dutzend Meldungen.

Alpenpässe in Uri gesperrt - Ersatzbusse in Andermatt

Im Kanton Uri waren am Mittwochmorgen alle Alpenpässe in die umliegenden Kantone wegen Schnees gesperrt. Gemäss Angaben des TCS sind die Gebirgsverbindungen in den Kanton Bern (Susten), nach Graubünden (Oberalp), ins Tessin (Gotthard) und ins Wallis (Furka) nicht befahrbar.

Die Schneefälle einzelne Fahrzeuglenker überrascht. Weil sie noch mit Sommerpneus unterwegs waren, blieben mehrere Lieferwagen auf der Strasse zwischen Göschenen und Andermatt stecken. Die Strasse wurde vorübergehend gesperrt.

Es habe nur leicht geschneit, dennoch seien mehrere Fahrzeuge nicht adäquat ausgerüstet gewesen, sagte ein Sprecher der Urner Kantonspolizei auf Anfrage. Die Fahrzeuge hätten den Verkehr kurzzeitig lahmgelegt. Die Strassenverbindung zwischen dem Urner Reusstal und dem Urserental soll im Verlauf des Morgens wieder geöffnet werden, sagte der Sprecher weiter.

Auch Matterhorn Gotthard Bahn betroffen

Auch bei der Matterhorn Gotthard Bahn gibt es Ausfälle: Die Strecke Dieni - Selva war unterbrochen, es verkehrten Ersatzbusse. Ab 15 Uhr lief der Zugverkehr wieder fahrplanmässig.

Ebenfalls verkehren auf der Strecke Andermatt Göschenen Ersatzbusse gemäss Fahrplan.

Die Autozüge am Furka zwischen Oberwald und Realp verkehren fahrplanmässig, wie der Verkehrssicherheitsdienst der Matterhorn Gotthard Bahn mitteilt.

20 Notrufe wegen Sturms im Kanton Schwyz

Nach starken Sturmwinden sind im Kanton Schwyz bei der Polizei in der Nacht auf Mittwoch bei der Polizei rund 20 Notrufe eingegangen. Die Anrufer meldeten umgestürzte Bäume, umgewehte Bauabschrankungen und Gegenstände auf Fahrbahnen.

Die Kantonspolizei Schwyz musste Feuerwehren, Strassenunterhaltsdienste sowie Polizeipatrouillen aufbieten. Meldungen über verletzte Personen liegen nicht vor, wie die Kapo Schwyz am Mittwoch mitteilt. Die meisten Anrufe betrafen umgewehte Bauabschrankungen, umgestürzte Bäume und Gegenstände auf der Fahrbahn.

 

sda/uus/nop