UNWETTER: Wind und Wasser richten viel Schaden an

Ein heftiges Unwetter ist am Samstagabend über Zentralschweiz gezogen. Vor allem der Wind richtete vielerorts Schäden an, im Kanton Schwyz wurde eine Person verletzt.

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Feuerwehrleute bergen an der Brambergstrasse in Luzern ein Auto. (Bild Pius Amrein/Neue LZ)

Feuerwehrleute bergen an der Brambergstrasse in Luzern ein Auto. (Bild Pius Amrein/Neue LZ)

Um 19 Uhr wurde es am Samstag in Luzern dunkel wie in der Nacht. Starker Regen setzte den Schweizerhofquai für kurze Zeit unter Wasser. Im Restaurant Rütli musste die Feuerwehr den Keller auspumpen. Insgesamt wurden vier Kellerund Liftschächte überflutet. Mehr Schäden als das Wasser hat in Luzern der Wind angerichtet. Er wirbelte Gegenstände, auf die Autobahnen flogen Äste, Ziegel lösten sich von Dächern.

Stromausfälle in der Region Luzern
Bereits um etwa 18.40 Uhr hatten Blitzschläge und Windböen ein automatisches Abschalten von Hochspannungsleitungen im Amt Entlebuch verursacht. Vor allem der Ortsteil Finsterwald (Entlebuch), Escholzmatt (inklusive Ortsteil Wiggen) und Marbach waren betroffen. Laut einer Mitteilung der CKW konnten jedoch innerhalb einer Stunde die meisten Kunden wieder versorgt werden.

Um 19.45 Uhr waren Küssnacht, Greppen und Weggis von Ausfällen betroffen – der Sturm hatte 6 Holzmasten umgeknickt. Um die entfernter liegenden Kunden rasch wieder mit Strom versorgen zu können, wurde auf der Seebodenalp ein Notstromaggregat eingesetzt. Insgesamt waren rund 4000 Kunden von den Stromausfällen betroffen.

Grösserer Schaden entstand auf dem Bramberg, wo ein Baum auf parkierte Autos fiel. Verletzt wurde niemand. Auf die A2 im Bereich Lochhof fiel eine Tanne in Fahrtrichtung Süden, teilt die Luzerner Polizei mit. Die Autobahn musste während rund einer Stunde gesperrt werden. Laut einer Mitteilung der Feuerwehr der Stadt Luzern gingen bei ihr 35 Schadenmeldungen ein, bei der Einsatzzentrale der Luzerner Polizei waren es rund 300 Meldungen.

Bäume auf Autos gestürzt
Auch im Kanton Schwyz richtete das Gewitter viele Schäden an. Besonders im inneren Kantonsteil wurden viele Keller und Plätze überschwemmt, betroffen waren vor allem der Bezirk Küssnacht und die Gemeinde Arth, wo innert zwei Stunden rund 40 Schadensmeldungen eingegangen sind. In Immensee stürzten zwei Bäume auf zwei parkierte Autos, eine Person wurde dabei verletzt und musste ins Spital gebracht werden.

Im äusseren Kantonsteil waren weniger Schäden zu verzeichnen. In Wangen wurde eine Stromleitung
der SBB durch einen Blitzschlag beschädigt und in Päffikon musste der Seerettungsdienst
wegen in Seenot geratenen oder umgekippten Schiffen ausrücken.

35 Schüler umquartiert
Um 19.45 Uhr erreichte das Gewitter den Kanton Zug. Wie die Zuger Strafverfolgungsbehörden mitteilen, haben die sintflutartigen Regenfälle innert Minuten Keller überflutet, die Windböen haben Dächer beschädigt. Innert einer Stunde seien bei der Zuger Polizei mehr als 140 Schadensmeldungen eingegangen.

In Hünenberg See fiel ein Baum auf ein parkiertes Auto. Die Strasse zwischen Baar und Neuheim musste wegen umgekippten Bäumen vorübergehend gesperrt werden. In Cham barg der Seerettungsdienst Ennetsee vier Boote, während in Steinhausen ein kleineres Festzelt beschädigt wurde.

Ein Glimmbrand in Oberägeri, der vermutlich durch einen Blitzschlag ausgelöst worden war, konnte rasch eingedämmt werden. Es entstand nur geringer Sachschaden. Hilfe benötigten auch 35 Schüler, die auf dem Zugerberg in einem Lager weilten, sie mussten in eine Zivilschutzanlage umziehen.

Guido Felder/Neue LZ; ana

Einen Artikel zum Thema lesen Sie am Sonntag in der Zentralschweiz am Sonntag.