UNWETTER: Zentralschweiz: 10 Jahre nach «Lothar»

Am 26. Dezember 1999 fegte der Sturm Lothar über die Schweiz. Aus ökologischer Sicht war er ein Glücksfall für die Natur – auch in der Zentralschweiz.

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Ein geknickter Baum auf dem Land zwischen Rain und Rothenburg nach dem Sturm «Lothar» 1999. (Archivbild Peter Appius/Neue LZ)

Ein geknickter Baum auf dem Land zwischen Rain und Rothenburg nach dem Sturm «Lothar» 1999. (Archivbild Peter Appius/Neue LZ)

Der Sturm «Lothar» forderte am 26. Dezember 1999 insgesamt 14 Menschenleben und vernichtete innert Minuten das Kapital vieler Waldeigentümer. 15 Personen starben bei den Aufräumarbeiten allein im Jahr 2000.

Vier- bis zehnfache Holzmenge
Auch die Zentralschweiz wurde von «Lothar» stark getroffen, der Wind hatte Spitzengeschwindigkeiten von rund 250 Kilometern pro Stunde. Wie das Bundesamt für Umwelt (Bafu) mitteilt, wurden 10 Millionen Bäume (rund 13 Millionen Kubikmeter Holz) in der ganzen Schweiz umgeworfen.

In den Kantonen Luzern und Nidwalden warf der Sturm auf einen Schlag eine vier- bis zehnfache Menge der jährlichen Holznutzung zu Boden. In der Folge brachen laut Bafu durch das viele Holz die Preise auf dem Holzmarkt massiv ein. Erst ab 2005 begannen sich die Holzpreise wieder zu erholen.

Grössere Artenvielfalt
Der Natur brachte «Lothar» aber Dynamik und erhöhte die Artenvielfalt. Die grösste Vielfalt von Lebensräumen und damit von Tieren und Pflanzen hat sich laut Bafu dort eingestellt, wo die Schadflächen nur teilweise geräumt und wiederhergestellt wurden.

Aufgrund des Klimawandels sind in Zukunft häufigere Stürme zu erwarten, Prävention sei deshalb wichtig, heisst es in der Mitteilung. Bund und Kantone bieten organisatorische Unterstützung und leisten finanzielle Beiträge für stabile Mischwälder.

ana