1,1 Millionen Franken für die Wirtschaft: Diese Sofortmassnahmen trifft der Kanton Uri

Der Kanton Uri hat Sofortmassnahmen zum Schutz vor dem Corona-Virus beschlossen. Der Regierungsrat stützt die Wirtschaft mit 1,1 Millionen Franken. 

René Meier und Markus Zwyssig
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Die Urner Regierung informiert über die Massnahmen zum Schutz vor Coronavirus und zur Stützung der Wirtschaft. Dabei machte sie vor, wie man Abstand hält.

Die Urner Regierung informiert über die Massnahmen zum Schutz vor Coronavirus und zur Stützung der Wirtschaft. Dabei machte sie vor, wie man Abstand hält.

Markus Zwyssig / Urner Zeitung

Im Altdorfer Landratssaal trat am Dienstag der Gesamtregierungsrat vor die Medien. «Die Lage in Uri ist stabil und zurzeit überschaubar», stellte Landammann Roger Nager eingehend fest. «Die Versorgung mit Lebensmitteln und Artikeln des täglichen Bedarfs ist sichergestellt. Damit dies so bleibt, appellieren wir an die Eigenverantwortung der Einwohner. Unser oberstes Ziel muss es sein, die besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen zu schützen.»

Der Regierungsrat hat 1,1 Millionen Franken aus dem kantonalen Wirtschaftsförderungsfonds zur Stützung der Wirtschaft gesprochen. Die Details der Regelung wird der Regierungsrat auf Antrag der Volkswirtschaftsdirektion beschliessen. Der Regierungsrat wird seinerseits eine Taskforce Wirtschaft einsetzen. Diese berät ihn im Bereich der Zuteilung bereits gesprochener Bundesgelder als wirtschaftliche Soforthilfe und an der Zuteilung von Überbrückungskrediten.

Kurzarbeit: Gesuche haben massiv zugenommen 

Für die Entschädigung der Kurzarbeit sind bereits 22 Gesuche eingegangen, führte Camenzind aus. Anfangs April sollen die ersten Zahlungen erfolgen. Die Arbeitslosenkasse sei für die Bewältigung der Gesuche personell verstärkt worden. Beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums (RAV) wurde hingegen die Beratungstätigkeit eingestellt. «Die Liquidität der Unternehmen soll sicher gestellt werden», so Camenzind. Wichtig sei insbesondere, dass die Löhne ausbezahlt werden könnten.  

Ignaz Zopp leitet den Kantonalen Führungsstab Uri (Kafur).

Ignaz Zopp leitet den Kantonalen Führungsstab Uri (Kafur).

Bild: Markus Zwyssig (Altdorf, 17. März 2020)

Kantonaler Führungsstab ist im Einsatz

Der Regierungsrat hat den Kantonalen Führungsstab Uri (Kafur) offiziell eingesetzt. «Dieser löst den Sonderstab Corona-Virus ab, der in den vergangenen Wochen eine sehr gute Arbeit gemacht», so Sicherheitsdirektor Dimitri Moretti. Der Kantonale Führungsstab hat den Kommandoposten eingerichtet und wird sich täglich zu einer Sitzung treffen. Geführt wird der Kafur von Ignaz Zopp. Zudem wurde unter der Telefonnummer 041 875 24 63 eine Infoline eingerichtet. Unter dieser Nummer werden von 8 bis 12 und von 13 bis 17 Uhr Fragen und Meldungen entgegengenommen. «Der Kanton Uri ist gut aufgestellt und geht die anstehenden Aufgaben kompetent und professionell an», versicherte Moretti.

Die Kontrollen im Schwerverkehrszentrum in Erstfeld werden auf ein Minimum zurückgefahren. «Dies, weil einerseits der Schwerverkehr auf der Transitachse bereits sehr stark abgenommen hat und andererseits, um Arbeitskräfte für die anstehenden Aufgaben freizuspielen», so Moretti. So unterstützen bereits jetzt zwei Mitarbeiter des Schwerkehrszentrums das Kantonspital Uri bei der Triage vor dem Spital. Eine weitere Massnahme betrifft den Transitverkehr auf der Nord-Süd-Achse. Mit einer intensivierten Patrouillentätigkeit soll dieser verstärkt überwacht werden. 

Fern- statt Präsenzunterricht: Arbeiten gut angelaufen 

Weil kein Präsenzunterricht an den Schulen stattfinden darf, wurde am Montag an den Urner Schulen auf Fernunterricht umgestellt. Die Arbeiten dafür seinen gut angelaufen, sagte Bildungsdirektor Beat Jörg vor den Medien. 

Beim Berufs- und Weiterbildungszentrum Uri liegt der Fokus auf der Vorbereitung für die Lehrabschlussprüfungen. Um diese ordentlich durchführen zu können, stehen die kantonalen Stellen und die Schule auch in engem Kontakt mit den zuständigen Stellen beim Bund. An der Kantonalen Mittelschule stehen die Maturaklassen und die Maturaprüfungen im Zentrum. Rektorat und Lehrpersonen arbeiten mit Hochdruck an der Umstellung auf Fernunterricht. Eine entsprechende Umstellung sei auch in den zehn Oberstufenzentren in Arbeit oder teils bereits erfolgt. Auf Stufe Kindergarten und Primarschule werden derzeit Vorgaben für die schulische Beschäftigung erarbeitet. Dadurch wolle man verhindern, dass bei den Kindern in den kommenden Wochen grössere schulische Lücken entstehen würden.    

Gleichzeitig stellen die Gemeindeschulen ein Betreuungsangebot sicher. Gemäss ersten Zahlen werde dieses von rund 3 Prozent der Schüler genutzt. «Diese tiefe Quote zeigt, dass es sich hier um eine Notbetreuung handelt», so Jörg «Wenn immer möglich organisieren sich die Eltern andersweitig.»

Grössere Personenansammlungen sind auf dem gesamten Kantonsgebiet zu vermeiden und die Abstandsvorschriften sind einzuhalten. Besonders gefährdete Personen sollen zu Hause bleiben. Entschädigungen an die Arbeitnehmenden werden im Rahmen der Kurzarbeitsentschädigungen oder der Arbeitslosenversicherung ausgerichtet. Zuständig ist das Amt für Arbeit und Migration

Anlaufstelle für freiwillige Hilfseinsätze im Kanton Uri

Die Koordination für freiwillige Hilfseinsätze (wie z.B. Einkäufe erledigen oder andere wichtige Besorgungen) bei Personen, die Unterstützung benötigen, übernimmt der Kantonalverband Uri des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK). Freiwillige Helferinnen und Helfer und auch Personen, die Unterstützung benötigen, können sich beim SRK Kantonalverband Uri melden.

Die Homepage www.ur.ch/coronavirus wird laufend ergänzt, aktualisiert und mit weiteren Ansprechstellen und Informationen ergänzt. Infoline Bundesamt für Gesundheit: +41 58 463 000
Infolinie Kantonaler Führungsstab: +41 41 875 2463 corona-info@ur.ch
Kurzarbeit und RAV +41 41 875 2418 arbeit.migration@ur.ch
Wirtschaftliche Unterstützungsleistungen +41 41 875 2401 wirtschaft@ur.ch
Anlaufstelle freiwillige Hilfseinsätze in Uri +41 41 874 3075 info@srkuri.ch

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