116. Vereinsversammlung
Urner Jägerverein holt verpasste Ehrungen nach

Vorstand, Schiesskommission und Hegekommission bleiben unverändert. Hanspeter Schuler und Roman Russi sind neue Ehrenmitglieder.

Georg Epp
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Der vor einem Jahr neu gewählte Präsident Martin Jauch freute sich, am Freitag 193 Jägerinnen, Jäger und Gäste zur 116. Vereinsversammlung im Kreisschulhaus Spiringen zu begrüssen. Die Gästeliste wurde angeführt von Anton Merkle, Präsident Jagd Schweiz, Beat Annen, Amtsvorsteher Amt für Jagd und Forst, Gemeindepräsident Tony Arnold und Jagdverwalter Josef Walker. Auch die Unterschächner Griesstaljäger unter OK-Präsident Iwan Imholz freuten sich, dass der dritte Anlauf klappte, die Vereinsversammlung für die Urner Jägerfamilie im Schächental zu organisieren. Diese Griesstaljäger verwandelten die Mehrzweckhalle im Kreisschulhaus kurzerhand in eine kleinere Trophäenschau und ernteten viel Lob für die reibungslose Organisation des Anlasses.

Die Griesstaljägergruppe erntete viel Lob für die Organisation der 116. Vereinsversammlung.

Die Griesstaljägergruppe erntete viel Lob für die Organisation der 116. Vereinsversammlung.

Bild: Georg Epp (Spiringen, 22. April 2022)
Mit viel Humor präsentierte Tony Arnold die Gemeinde Spiringen.

Mit viel Humor präsentierte Tony Arnold die Gemeinde Spiringen.

Bild: Georg Epp (Spiringen, 22. April 2022)

Gemeindepräsident Tony Arnold verstand es, in humorvoller Art die Gemeinde Spiringen zu präsentieren. Unter anderem meinte er schmunzelnd zur Jägerfamilie: «Auf dem Urnerboden, der auch zur Gemeinde Spiringen gehört, wurde im Jahr 1706 der letzte Bär und 1770 der letzte Wolf geschossen, mehr sage ich nicht!» Die im Vereinsmagazin «Dr Urner Jeger» schriftlich abgefassten Jahresberichte des Präsidenten, der Schiesskommission und der Hegekommission fanden ohne Wortmeldungen Zustimmung. Mit dem Musikstück «Ein letzter Gruss», vorgetragen durch die Jagdhornbläsergruppe Bärgarvä, gedachte die Versammlung zwölf verstorbenen Vereinsmitgliedern.

Mit 16 Neumitgliedern pendelte sich der neue Mitgliederbestand bei 629 Jägerinnen und Jägern ein. Finanziell konnte Finanzchefin Claudia Schnellmann gute Zahlen präsentieren. In der Vereinsrechnung resultierte eine Vermögenszunahme von 8569 Franken, in der Schiesskommission ein Plus von 6556 Franken und auch in der Hegekommission gabs eine Vermögenszunahme von 476 Franken.

Keine Demission im Vorstand

Allein die Tatsache, dass im Vorstand, in der Schiesskommission und auch in der Hegekommission keine Demission vorlag, zeigt, dass aktuell im Urner Jägerverein vieles gut läuft. Im Vorstand standen Claudia Schnellmann, Daniel Indergand, Andreas Zieri, Yves Danioth und Revisor Alois Marty im Wahlturnus zur Wiederwahl, in der Schiesskommission Mathias Arnold, Fabian Wyrsch, Guido Murer, Kevin Müller, Hans Arnold und Meinrad Gamma. In der Hegekommision stellten sich Hanspeter Gisler, Martin Loretz, Josef Müller, Erwin Arnold und Andreas A. Wengen zur Wiederwahl.

Beat Annen, Vorsteher des Amts für Jagd und Forst, überbrachte die Grüsse der Regierung.

Beat Annen, Vorsteher des Amts für Jagd und Forst, überbrachte die Grüsse der Regierung.

Bild: Georg Epp (Spiringen, 22. April 2022)

Beat Annen, Amtsvorsteher für Jagd und Forst, überbrachte die Grüsse der Sicherheitsdirektion, weil der Urner Regierungsrat bereits am Freitag zum Sechseläuten nach Zürich abgereist ist, wo Uri ist dieses Jahr Gastkanton ist. Annen meinte unter anderem: «Die Ablehnung des eidgenössischen Jagdgesetzes war nicht im Sinne der Urner und hat uns zumindest in der Grossraubtierproblematik nicht weitergebracht.» Er sagte, dass die schweizerischen Jagddirektoren klar der Meinung seien, dass die Bestandesregulierung beim Wolf mit klaren Rahmenbedingungen möglich sein müsse.

Rehkitzrettung mit Drohnen ab 2023 geplant

Im letzten Herbst wurde die Revision der kantonalen Jagdverordnung gestartet. Eine Begleitgruppe hat sich dem Thema gewidmet und zuhanden des Regierungsrates einen Vorschlag ausgearbeitet. Beat Annen hofft, dass der Regierungsrat die Vernehmlassungsvorlage Anfang Juni freigibt. Persönlich hofft er, dass in der Diskussion das richtige Augenmass angewendet und Wichtiges von weniger Wichtigem unterschieden wird. «Falls dies gelingt, bekommen wir eine gute neue Jagdverordnung», so Annen. Sobald der Regierungsrat die Vorlage freigibt, organisiert der Urner Jägerverein einer Info-Veranstaltung. Beat Annen kündigte an, Ende August in Pension zu gehen, er bedankte sich beim Vorstand für die gute Zusammenarbeit im Thema «Wald und Jagd».

Über aktuelle Jagdstrecken, Fallwild und Wildzählungen orientierte Jagdverwalter Josef Walker. Er informierte auch über die provisorische Zuteilung der Reduktionsabschüsse Steinwild. Alle 44 vorgesehenen Abschüsse konnten vergeben werden. Unter der Federführung der Jagdverwaltung wurden die Interessengruppen IG Rehkitzrettung Uri, Jägervereine, Bauernverband, und Tierschutz zusammengeführt und das Projekt Rehkitzrettung mittels Drohnen gestartet. Das Ziel ist es, 2023 mit vier Drohnen, die mit Wärmebildkameras ausgerüstet sind, zu starten. Nun sucht man noch Drohnenpiloten.

Ehrenmitgliedschaft für Ramon Russi und Hanspeter Schuler

Weil zwei Jahre keine physische Versammlung mehr möglich war, galt es, in Sachen Ehrungen und Verabschiedungen einiges nachzuholen. Bei der Versammlung wurden abgetretene Funktionäre mit einem Geschenk und grossem Dank verabschiedet. Es sind dies Sonja Schuler, die ehemalige Wirtin im Jägerstübli Standel, Luca Gisler, das abgetretene Mitglied der Schiesskommission, alt Fähnrich Robert Gamma, alt Wildhüter Fredy Arnold (26 Jahre) und Reto Müller, Redaktor des Vereinsmagazins «Dr Urner Jeger».

Sie wurden mit Dank aus ihren Funktionen verabschiedet (von links): Reto Müller, Robert Gamma, Sonja Schuler, Fredy Arnold und Oliver Gisler.

Sie wurden mit Dank aus ihren Funktionen verabschiedet (von links): Reto Müller, Robert Gamma, Sonja Schuler, Fredy Arnold und Oliver Gisler.

Bild: Georg Epp (Spiringen, 22. April 2022)

Präsident Martin Jauch würdigte auch die Verdienste der ehemaligen Vorstandsmitglieder Oliver Gisler, Michi Planzer, Ramon Russi und Hanspeter Schuler. Als Höhepunkt der Versammlung wurden Ramon Russi und Hanspeter Schuler mit grossem Applaus und Dank in die Reihen der Ehrenmitglieder aufgenommen. Russi war zwölf Jahre Vorstandsmitglied, langjähriger Redaktor des Vereinsmagazins und ein Vorbild in Sachen Nachsuche und Hegetätigkeiten. Auch die Verdienste von Hanspeter Schuler sind gross: 13 Jahre war er die treibende Kraft in der Trophäenschau, zwölf Jahre im Vorstand, von 2017 bis 2021 Präsident, aktuell wieder Fähnrich und neu OK-Präsident der nächsten Vereinsversammlung, die am 21. April 2023 in Erstfeld über die Bühne gehen wird.

Präsident Martin Jauch gratuliert den beiden neuen Ehrenmitgliedern Ramon Russi (links) und Hanspeter Schuler (rechts).

Präsident Martin Jauch gratuliert den beiden neuen Ehrenmitgliedern Ramon Russi (links) und Hanspeter Schuler (rechts).

Bild: Georg Epp (Spiringen, 22. April 2022)

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