15 und 12 Jahre für Mordversuch gefordert

Vor dem Urner Landgericht ist am Mittwoch der Prozess gegen einen Barbetreiber aus Erstfeld und seinen Komplizen abgeschlossen worden. Ihnen wirft die Anklage Mordversuch an der Ex- Frau des Barbetreibers vor. Das Urteil wird am 25. Oktober bekannt gegeben.

Merken
Drucken
Teilen
12 und 15 Jahre Gefängis sind gefordert. (Symbolbild/Neue UZ)

12 und 15 Jahre Gefängis sind gefordert. (Symbolbild/Neue UZ)

Im November 2010 war in Erstfeld UR eine Frau niedergeschossen und schwer verletzt worden. Die Urner Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass der Ex-Mann des Opfers, ein Barbetreiber, einen Komplizen mit dem Anschlag beauftragt hatte. Zudem wirft sie dem Barbetreiber eine versuchte Tötung vor; er soll im Januar 2010 auf einen Gast geschossen haben. Vor dem Landgericht forderte der Staatsanwalt für den Barbetreiber fünfzehn Jahre und für seinen kroatischen Komplizen zwölfeinhalb Jahre Gefängnis. Er plädierte auf versuchten Mord in Mittäterschaft und versuchte Tötung im Fall des Barbeitreibers sowie auf versuchten Mord im Fall des Komplizen. Die Vertreterin des Opfer forderte zudem eine Genugtuung von 40'000 Franken.

Für den Staatsanwalt ist erwiesen, dass der Barbeitreiber die Frau ermorden lassen wollte. Zu diesem Zweck habe er den Kroaten angeheuert. Dieser habe Geld gebraucht, um ein Darlehen für ein Auto zurückzuzahlen. Der Barbeitreiber habe von der Lebensversicherung seiner Frau profitieren und auf ein Erbe zugreifen wollen.

Verteidigung für Freispruch

Anders sieht es die Verteidigung. Sie forderte für beide Angeklagte einen Freispruch. Der Verteidiger des Barbetreibers warf der Staatsanwaltschaft vor, sie habe nur Indizien präsentiert. Im Fall von November 2010 fehle das Motiv ganz: «Die Lebensversicherung von 36'000 Franken kann kein Motiv sein». Und auf das Erbe hätte der Angeklagte auch nach dem Tod der Frau keinen Zugriff gehabt. Der Verteidiger des Barbeitreibers vermutet, das Opfer habe den Anschlag selbst inszeniert. Aus einer paranoiden Angst vor ihrem Mann habe die Frau alles daran gesetzt, ihn loszuwerden.

Nach Ansicht des Verteidigers des Kroaten hat die Staatsanwaltschaft vorschnell einen Tathergang konstruiert und dann einfach alles ausgeblendet, was nicht dazu passte. Die Aussagen der Hauptzeugen bezeichnete der Verteidiger als wertlos. Einer sei ein notorischer Angeber, die andere habe sich an ihrem Freund rächen wollen.

sda