2. GOTTHARD-RÖHRE: Die Mehrheit der Urner will 2. Gotthardröhre

Im Kanton Uri hat es einen Gesinnungs­wandel gegeben: Die Stimm­berechtigen wünschen sich einen weiteren Tunnel durch den Gotthard.

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Urner wünschen 2. Gotthard-Röhre. (Bild Pius Amrein/Neue UZ)

Urner wünschen 2. Gotthard-Röhre. (Bild Pius Amrein/Neue UZ)

Es ist ein Resultat, das weitherum für Überraschung sorgt: 55 Prozent der Urner sagen Ja zu einem zweiten Gotthard-Strassentunnel; 40 Prozent äusserten sich in einer repräsentativen Umfrage dagegen. Im Auftrag der Neuen Luzerner Zeitung hat das Meinungs­forschungsinstitut Demoscope 506 stimmbe­rechtigte Urner zur zweiten Tunnelröhre befragt.

Diese gaben auch Auskunft, warum sie sich einen weiteren Durchstich wünschen: 60 Prozent der Befürworter finden, dass die heutige Autobahn gen Süden den Verkehr nicht mehr zu bewältigen vermag; weitere 31 Prozent machen geltend, dass die Sicherheit erhöht würde. Derweil fürchten 38 Prozent der Gegner der zweiten Röhre, dass eine solche zu Mehrverkehr führen könnte.

Die Kapazität erweitern
Ein weiteres Resultat der Umfrage ist ebenfalls erstaunlich: In der Tendenz wünschen sich die Urner mit dem Bau der zweiten Röhre auch eine Kapazitätserweiterung. Will heissen: Lieber mit vier Spuren durch den Gotthard, statt nur einer Spur pro Röhre.

Die Politik nimmt das Umfrage-Resultat mit Interesse zur Kenntnis. «Die Umfrage lässt den Schluss auf ein Umdenken zu», sagt der Urner Baudirektor und Landammann Markus Züst (SP). Gleichzeitig fragt er sich aber, ob eine Volksabstimmung ein ähnliches Resultat bringen würde. Denn: Niemand wünsche sich noch mehr Lastwagen am Gotthard.

Sven Gallinelli

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in Ihrer Zentralschweiz am Sonntag.