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Rückblick 2018: Ein Jahr der überraschenden Wahlen

Ob für das Landammannamt, den Bundesrat oder den Gemeinderat: Auf politischen Ebenen jeglicher Art kommt es zu aussergewöhnlichen Wahlen.
Florian Arnold
Heidi Zgraggen lässt sich trotz ihrer Nichtwahl von ihren Fans in Bern feiern. (Bild: Corinne Glanzmann, Bern, 5. Dezember 2018)

Heidi Zgraggen lässt sich trotz ihrer Nichtwahl von ihren Fans in Bern feiern. (Bild: Corinne Glanzmann, Bern, 5. Dezember 2018)

Eigentlich stehen 2018 in Uri keine grossen Wahlgeschäfte an: Weder Gesamterneuerungswahlen für Regierungs- und Landrat noch National- und Ständeratswahlen lassen sich in der Agenda finden. Die Bestimmung des Landammanns ist für gewöhnlich ohnehin Formsache. Und die Verteilung von kommunalen Mandaten überschreitet in der Regel kaum den Interessensradius der Gemeindegrenzen. Nicht so in diesem Jahr.

So nahe wie kaum ein Urner zu vor

Der 5. Dezember 2018 hat historischen Charakter für den Kanton. Beinahe erringt Uri seit der Gründung des Schweizer Staats 1848 erstmals einen Sitz im Bundesrat. Die Enttäuschung ist gross bei den Fans von Heidi Z’graggen, die extra nach Bern gereist sind: Schon im ersten Wahlgang unterliegt sie der Walliserin Viola Amherd. Diese holt 148 Stimmen und überschreitet damit das absolute Mehr um 27 Stimmen. 60 Stimmen lauten auf den Namen der Urnerin.

Immerhin, denn Heidi Z’graggen ist die klare Aussenseiterin, kann sie doch keine Erfahrung im eidgenössischen Parlament vorweisen. Trotzdem ist sie dem Bundesratsmandat so nahe, wie kaum ein Urner vor ihr. Für sehr viel Überraschung sorgt die CVP Schweiz, als sie Z’graggen am 16. November aufs Zweierticket für die Nachfolge der zurückgetretenen Bundesrätin Doris Leuthard nimmt. Einen etwas unangenehmen Nachgeschmack hinterlässt der Vorwurf, Heidi Z’graggen habe bei einem Podium einen Mann aus dem Publikum als «Depp» bezeichnet. Die Urnerin schafft es nicht, den Vorwurf glaubhaft aus dem Weg zu räumen, indem sie ein «akustisches Missverständnis» geltend macht. Ob sie diese Affäre Stimmen kostet, bleibt offen. Dass der Kanton Uri durch die Bundesratswahl aber in der gesamten Schweiz wahrgenommen wird, ist unbestritten.

SVP Uri bringt den Stein ins Rollen

Eine ebenfalls historische Nicht-Wahl hinnehmen muss 2018 auch Barbara Bär. Erst zum zweiten Mal seit 1888 wird nicht die Person zum Urner Landammann gewählt, die nach dem Anciennitätsprinzip an der Reihe wäre. Den Stein ins Rollen bringt die SVP Uri an ihrem Parteitag. «Als Landammann steht man der Regierung vor und muss bei Krisen die Führung übernehmen und professionell kommunizieren. Beide Qualitäten bringt Barbara Bär nicht mit», so die harte Argumentation der Kantonalpartei. Anstelle von Bär schlägt die SVP Uri den Regierungsrats-Neuling Roger Nager vor, der prompt im ersten Wahlgang am 4. März 18 Stimmen mehr holt als seine Parteikollegin Barbara Bär, die gesamthaft 3728 Stimmen erreicht. Nach Rücksprache mit ihrer Partei stellt sich die Altdorferin nicht mehr zur Wahl. Bei einer sehr geringen Stimmbeteiligung von 12,8 Prozent wird Nager am 22. April zum neuen Urner Landammann gewählt.

«Als Landammann steht man der Regierung vor und muss bei Krisen die Führung übernehmen und professionell kommunizieren. Beide Qualitäten bringt Barbara Bär nicht mit.» SVP Uri

«Offiziell aufgestellt» heisst auch in Andermatt nicht gleich «gewählt». Das muss Jost Meyer erfahren, der am 25. November mit 116 Stimmen das absolute Mehr um mehr als 100 Stimmen verpasst. Stattdessen wird Yvonne Baumann gewählt. Diese erklärt allerdings Anfang Oktober ihren Rücktritt. Sie macht Mobbing innerhalb des Gemeinderats geltend.

An der Offenen Dorfgemeinde – einen Monat vor der Wahl – kommuniziert sie, dass sie eine allfällige Wahl nicht annehmen werde. Ein «Komitee besorgter Bürger» fordert die Andermatter aber mit einem Flugblatt auf, Baumann als Gemeindepräsidentin zu bestätigen.

Auch für Meyer wird öffentlich Stimmung gemacht. Aufgrund des deutlichen Wahlresultats nimmt sich Baumann Zeit für eine Entscheidung. Gerüchteweise stellen die anderen Gemeinderatsmitglieder ihren Komplettrücktritt in Aussicht, sollte Baumann die Wahl annehmen. Baumann zieht schliesslich einen Schlussstrich und verlässt das Gremium auf Ende Jahr. Vizepräsident Peter Baumann übernimmt das Präsidium ad interim. Mitte Dezember gibt schliesslich alt Talammann Hans Regli seine Kandidatur für die Urnenwahl vom 10. Februar 2019 bekannt.

Mit Flugblatt wird Stimmung gemacht

Auch in Wassen sorgt die Gemeinderatswahl für Aufsehen. Im ersten Wahlgang am 23. September erreicht kein Kandidat das absolute Mehr für das Amt des Gemeindepräsidiums. Nach dem Rücktritt von Kristin T. Schnider erklärt sich Vizepräsident Markus Baumann bereit für das Amt. In einem Flugblatt werden allerdings die Wassner aufgefordert, Baumann nicht zu wählen und stattdessen die amtierende Präsidentin zu bestätigen. Sie stellt sich aber nicht mehr zur Verfügung. Wenige Tage vor dem ersten Wahlgang wird Felix Ziegler als möglicher Kandidat portiert. Der einstige Gemeinderat erklärt sich bereit dazu und gewinnt schliesslich die Wähler am 25. November für sich.

Zu Kampfwahlen um einen Gemeinderatssitz kommt es in Erstfeld. Am 23. September wird Bernadette Bürer-Kipfer (CVP) als Sozialvorsteherin gewählt, leer aus geht FDP-Kandidat Roman Bachmair.

Der Exodus wird verhindert

In Schattdorf reichen gleich fünf von sieben Gemeinderäten ihre Demission ein. Allerdings kommt es zu stillen Wahlen, da nicht mehr Kandidaten als Sitze zur Verfügung stehen. Neuer Gemeindepräsident wird Bruno Gamma (FDP). Im April droht zudem die Schattdorfer Baukommission mit dem Rücktritt in globo. Hintergrund sind Unstimmigkeiten über die Zuständigkeiten des Bausekretärs. Schliesslich entscheidet sich jedoch dieser für seinen Rücktritt.

Es gibt zwar keinen Streit um sie, jedoch auch keine Kandidaten für die Sitze im Gemeinderat Hospental. Hier bleiben nach der Wahl vom 25. November noch immer zwei Ämter vakant: Immerhin kann mit Renata Graf eine neue Präsidentin bestimmt werden und Rolf Tresch als neues Mitglied.

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