Klaus Infanger betreibt seit 30 Jahren erfolgreiche Schafzucht

Der Flüeler Klaus Infanger betreibt seit 30 Jahren Schafzucht. Mit dem 86-jährigen Alois Gisler («Axiger Wisu») und Edi Rauch hat er seit einiger Zeit zwei treue Helfer an seiner Seite, die kräftig mit anpacken.

Georg Epp
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Schafhirt Klaus Infanger freut sich über den problemlosen Schafauftrieb. (Bilder: Georg Epp, 11. Juni 2019)

Schafhirt Klaus Infanger freut sich über den problemlosen Schafauftrieb. (Bilder: Georg Epp, 11. Juni 2019)

An einem Junitag, pünktlich um 13.30 Uhr wird es hektisch gegenüber der Schützenstube. Der Lastwagenzug von Martin Zurfluh («Hohlwisi Märtel») steht bereit, um 80 Schafe von Klaus Infanger in Empfang zu nehmen und Richtung Engelberg zu transportieren. Alles muss schnell gehen und gut organisiert sein.

Der 86-jährige Routinier «Axiger Wisu» bleibt ruhig, er kennt das Metier, hat er doch früher auf dem Franzenstock auch Schafe betreut. Volle 74 Jahre, von 1942 bis 2016 war er Älpler auf dem Franzenstock, hoch über Flüelen, die vergangenen 14 Jahre nach dem Tod seiner Mutter Frieda ganz alleine. Nach dem Unfalltod seines Bruders Sepp beim Wildheuen entschied er sich, den Lebensabend in der «Seerose, begleitet sein im Alter» zu verbringen. Sofort interessierte er sich für die Schafhaltung von Klaus Infanger, den er schon länger kannte. Er interessierte sich nicht nur, sondern legte sofort Hand an und half als willkommener Knecht, überall wo er konnte. Mit dem pensionierten Lindenwirt Edi Rauch – ebenfalls ein bestandener Schafzüchter – konnte Klaus Infanger eine zweite Hilfskraft mobilisieren.

Das Helferteam kurz vor dem Verladen; von links: Doris Walker, Heidy Infanger mit Hund Lucki, Valentin Tresch, Alois Gisler, Margrith Infanger, Michi Infanger, Klaus Infanger und Edi Rauch.

Das Helferteam kurz vor dem Verladen; von links: Doris Walker, Heidy Infanger mit Hund Lucki, Valentin Tresch, Alois Gisler, Margrith Infanger, Michi Infanger, Klaus Infanger und Edi Rauch.

Anekdoten lockern Atmosphäre auf

Für rund 100 Schafe gibt es einiges zu tun. Im Vordergrund steht die Futterbeschaffung, das Heuen in 12 verschiedenen Liegenschaften, drei davon im Tessin, in der Nähe Bellinzona. Das Trio Klaus, Edi und «Wisu» funktioniert bestens. Der 86-jährige «Wisu» weiss viel von früher zu erzählen und seine Anekdoten bringen die anderen zum Lachen. Klaus schätzt auch die grosse Hilfsbereitschaft seiner Gemahlin Margrith, mit der er seit 30 Jahren verheiratet ist, aber auch Sohn Michi und Tochter Heidy helfen mit im Familienbetrieb. Ende Saison gibt es immer einen «Mitarbeiterausflug», so zum Beispiel nach Flond im Kanton Graubünden zur Tochter Sabrina Bricker-Infanger oder auf den Stoos oder das Stanserhorn.

Für das Trio ist die ganze Angelegenheit eine echte Win-win-Situation. Wisu und Edi haben weniger Langeweile, Spass an der Arbeit, machen etwas für die Gesundheit, und Klaus freut sich über Arbeitskräfte, die die Arbeit annehmen. Viele staunen immer wieder, was der 86-jährige «Axiger Wisu» noch leistet.

Auf dem Weg nach Niedersurenen mussten auch mehrere Bachläufe mit viel Wasser überquert werden.

Auf dem Weg nach Niedersurenen mussten auch mehrere Bachläufe mit viel Wasser überquert werden.

Einstündiger Fussmarsch auf Niedersurenen

Das Verladen klappte in Rekordzeit. Auch hier steht die Zahl 30 im Mittelpunkt. Seit 30 Jahren berücksichtigt Klaus Infanger das Transportunternehmen Martin Zurfluh, Attinghausen. Das achtköpfige Helferteam reiste mit Personenwagen voraus und stand bereit, als der Anhängerzug im Bründler hinter Engelberg ankam. Nach dem Ausladen galt es, die Herde beieinander zu halten und in zirka einstündigem Fussmarsch auf Niedersurenen/Grassen zu treiben, später sind sie auf der Blackenalp zu Hause.

Im freien Gelände ab Alpenrösli gab es für Hund Lucki viel Arbeit, die Herde in die richtige Richtung und über Bachläufe mit viel Wasser zu treiben. In Niedersurenen installierte der Schaf- und Rinderhirt Sven Schmid ein Fussbad, das die Klauenseuche verhindern soll. In den vergangenen Tagen ist die Schafherde auf rund 600 Tiere angewachsen, 600 Rinder folgen. Allseits hofft man, dass die grosse Schafherde vom Wolf, der vor drei Jahren sein Unwesen trieb, verschont bleibt. «Ein Herdenschutz auf der grossflächigen Alp Surenen ist nicht möglich», erklärte Hirt Sven Schmid». Bei einem währschaften Zabig feierten Klaus Infanger und sein Team den Auftrieb, der ohne jegliche Probleme bewältigt wurde.