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50-jährige Partnerschaft wird in Unterschächen gefeiert

Der Lawinenwinter 1968 hat die Partnerschaft zwischen der Stadt Grenchen und der Gemeinde Unterschächen ins Rollen gebracht. Am vergangenen Samstag wurde auf diese Zusammenarbeit zurückgeschaut.
Paul Gwerder
Zur Begrüssung in Unterschächen sang der Jodlerklub «Bärgbrünnli» aus Grenchen. (Bild: Paul Gwerder, Unterschächen, 22. Juni 2019)Zur Begrüssung in Unterschächen sang der Jodlerklub «Bärgbrünnli» aus Grenchen. (Bild: Paul Gwerder, Unterschächen, 22. Juni 2019)
Die Gäste staunten bei der Inbetriebnahme der alten Bielen-Säge. (Bild: Paul Gwerder, Unterschächen, 22. Juni 2019)Die Gäste staunten bei der Inbetriebnahme der alten Bielen-Säge. (Bild: Paul Gwerder, Unterschächen, 22. Juni 2019)
Das älteste Haus, die «Stüssihofstatt», aus dem Jahr 1470 konnte von den Gästen besichtigt werden.Das älteste Haus, die «Stüssihofstatt», aus dem Jahr 1470 konnte von den Gästen besichtigt werden.
Als Erstes besichtigten die Gäste zusammen mit dem Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzind den Kinderspielplatz. (Bild: Paul Gwerder, Unterschächen, 22. Juni 2019)Als Erstes besichtigten die Gäste zusammen mit dem Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzind den Kinderspielplatz. (Bild: Paul Gwerder, Unterschächen, 22. Juni 2019)
Nach dem Mittagessen spielte der Musikverein Unterschächen. (Bild: Paul Gwerder, Unterschächen, 22. Juni 2019)Nach dem Mittagessen spielte der Musikverein Unterschächen. (Bild: Paul Gwerder, Unterschächen, 22. Juni 2019)
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In Unterschächen wurde die 50-jährige Partnerschaft mit Grenchen gefeiert

(pd/RIN) Zum 50-jährigen Jubiläum der Patenschaft haben am vergangenen Samstag, 22. Juni, rund 50 Männer und Frauen aus Grenchen ihr Göttikind in Unterschächen besucht. Zur Begrüssung sang der Jodlerclub «Bärgbrünnli» aus Grenchen ein Lied auf dem Schulhausplatz. «Heute haben wir einen guten Grund zum Feiern, denn eine 50-jährige Partnerschaft ist nicht alltäglich», sagte Gemeindepräsident Iwan Imholz bei der Begrüssung der Gäste. Die Stadt Grenchen hat Unterschächen nicht nur finanziell unter die Arme gegriffen, sondern es sind immer wieder Frauen und Männer nach Unterschächen gekommen, um dort selber Hand anzulegen. So hat der Kiwanis-Club mitgeholfen, den Kinderspielplatz, den Begegnungsplatz und den «Grenchnerweg» zu bauen wobei immer wieder neue Kontakte und Freundschaften entstanden sind.

Dorfrundgang gewährt Einblicke in Projekte

Am Morgen erhielten die Solothurner Gäste bei einem Rundgang durch Unterschächen einen ersten Einblick. Als Erstes besichtigten sie den Kinderspielplatz, bei dem der Grenchner Club an zwölf Tagen tatkräftig mitgeholfen hat, diesen im Jahr 2006 zu erstellen. Im vergangenen Jahr engagierte sich der Kiwanis-Club erneut, um mit Einheimischen zusammen den Platz zu sanieren.

Nach der Besichtigung des ältesten Hauses «Stüssihofstatt» aus dem Jahr 1470 spazierte die Gästeschar zur historischen Bielen-Säge. Dieses Sägewerk aus dem Jahr 1850 ist von Karl Imholz fachkundig den Gästen gezeigt worden und bei einer Demonstration konnten alle miterleben, dass das wasserangetriebene Sägewerk immer noch Baumstämme verarbeiten könnte. Danach ging es auf dem «Grenchnerweg», den vor Jahrzehnten rund 20 Jugendliche aus Grenchen im Rahmen eines Sommerlagers erstellt hatten, zum Begegnungsplatz Rüti. Dort haben Grenchner mitgeholfen, die Feuerstelle mit Tischen und Bänken zu bauen. Der beliebte Treffpunkt wird von einem traditionellen Schächentaler «Scharhag» abgegrenzt.

«Patenschaft hat Früchte getragen»

«Es ist mir eine grosse Ehre, im Namen der Urner Bevölkerung Grüsse überbringen zu dürfen», sagt der Urner Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzind. «Es braucht in erster Linie Menschen, die viel Geld und Zeit investiert haben, um heute dieses Jubiläum zu feiern. Ich glaube, ein Erfolgsfaktor sind die Begegnungen und nicht zuletzt konnten alle gegenseitig voneinander lernen». Camenzind stellte befriedigt fest, dass die Patenschaft zwischen den beiden Gemeinden Früchte getragen hat.

«Ich freue mich, dass ich heute zu unserem ‹Göttikind› kommen durfte und ich geniesse jetzt den Tag in ihrer Gesellschaft», sagt der Grenchner Stadtpräsident François Scheidegger. «Der Grund für die finanzielle und materielle Hilfe ist damals ein Beschluss des Stadtrates gewesen, der verlangte, dass im Inland gleich viel Geld für Hilfsbedürftige ausgegeben wird, wie für das Ausland».

Besonders stolz ist er, dass Grenchen seit 1969 die Gemeinde Unterschächen immer wieder finanziell für sinnvolle Projekte unterstützen konnte. Wertvoll seien sicherlich die Einsätze der Grenchner im Schächental gewesen, wo diese Personen vor Ort tatkräftig anpacken konnten. Gemeindepräsident Iwan Imholz verglich «seine» 700-Einwohner-Gemeinde mit Grenchen, welche 17'000 Einwohner hat. «Dafür ist unsere Gemeinde mit 80 Quadratkilometern flächenmässig rund dreimal grösser als die Uhrenstadt mit 26 Quadratkilometern», erklärt Imholz. Und er erinnerte daran, dass Unterschächen vor 50 Jahren eine der ärmsten Urner Gemeinden mit dem höchsten Steuersatz war.

«Dank der grosszügigen Unterstützung der Patengemeinde geht es uns heute finanziell wieder besser und wir sind inzwischen eine attraktive Wohngemeinde geworden», sagt der Gemeindepräsident. «Deshalb bleiben die Jungen hier und wir konnten dadurch die Abwanderung stoppen». Abschliessend enthüllte Imholz eine Wegtafel mit dem Namen Grenchnerweg. Nach dem Essen spielte der Musikverein Unterschächen unter der Leitung von Sandra Zumbühl einige Märsche.

Gäste besuchen die Alp Mettenen

Am Nachmittag besuchten die Gäste die Alp Mettenen auf 1750 Metern über Meer. Das war nicht ganz zufällig gewählt, denn in diesem Gebiet lag die Wasserfassung «Sonnenhalb». Diese war vor 50 Jahren in einem desolaten Zustand und musste saniert werden, obwohl das Geld fehlte und deshalb blieb Unterschächen auf einem Schuldenberg sitzen. Dank der finanziellen Unterstützung der Patengemeinde konnte die Gemeinde Unterschächen die Schulden tilgen. Auf der Alp wurden die Gäste mit Kaffee und Kuchen versorgt.

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