500'000 Franken für eine Geschichtsreise in Seelisberg

Die Gemeinde verfügt ab dem kommenden Herbst über eine neue touristische Attraktion.

Christof Näpflin
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Die Vorstandsmitglieder Paul Dubacher, Beat Aschwanden und Angela Schori vor einer «Scheiterbeige», dem verbindenden Element der Geschichtsreise in Seelisberg.

Die Vorstandsmitglieder Paul Dubacher, Beat Aschwanden und Angela Schori vor einer «Scheiterbeige», dem verbindenden Element der Geschichtsreise in Seelisberg.

Bild: Christoph Näpflin (Seelisberg, 28. November 2019)

Nach Andermatt ist Seelisberg der Ort mit der zweitgrössten touristischen Bedeutung in Uri. Die 700-Seelen-Gemeinde am nördlichsten Ende vom Kanton Uri ist seit Beginn eng mit den Gästen verbunden. «Waren es früher Reisende und Pilger, so sind es heute Ferien- und Ausflugsgäste, die für einen bedeutenden Teil der Wertschöpfung sowie für Arbeitsplätze im Dorf sorgen», erklärt Angela Schori, Projektverantwortliche des Vereins Geschichtsreise Seelisberg.

Die Gäste helfen auch mit, Dorfinfrastrukturen wie den Volg-Laden und den öffentlichen Verkehr mitzufinanzieren. «Die touristischen Angebote und Produkte sind zudem auch für die Einheimischen ein wichtiger Bestandteil der Freizeitgestaltung und tragen so zur Wohnortqualität von Seelisberg bei», weiss Ursi Aschwanden, Präsidentin von Seelisberg Tourismus.

Touristisches Potenzial am Urnersee

Seelisberg und weitere Urner Gemeinden haben zusammen mit der Urner Volkswirtschaftsdirektion eine Potenzialanalyse zur möglichen touristischen Angebotsentwicklung erstellen lassen. «Diese Analyse bestätigt die touristische Chance für Seelisberg, aber auch für die ganze Region am Urnersee», erklärt André Hafner vom Gemeinderat Seelisberg. Die Analyse hebt vor allem die herrliche Aussicht und die Nähe zur Wiege der Schweiz als bedeutende Merkmale hervor. Urner und Schwyzer Tourismusorganisationen arbeiten aufgrund dieser Analyse aktuell beim Projekt «Wiege der Schweiz» über die Kantonsgrenzen zusammen. «Mit der Geschichtsreise durch Seelisberg wird ab dem kommenden Herbst ein erstes Teilprojekt eröffnet, das genau in deren zukünftigen Verkaufsbemühungen passt», erklärt Paul Dubacher, der die Führung als Bauleiter übernommen hat.

Ein gemeinnütziger Verein, unterstützt durch die Gemeinde Seelisberg, Seelisberg Tourismus, die Treib-Seelisberg-Bahn (TSB) sowie die Volkswirtschaftsdirektion Uri, arbeitet mit Hochdruck an der Umsetzung der Geschichtsreise Seelisberg. An zwölf Standorten von Treib über Seelisberg bis zum Rütli erfahren die Besucherinnen und Besucher mehr über das Rütli, die Verkehrsachse Gotthard und berühmte Gäste von Seelisberg. «Die Geschichtsreise bietet den Gästen aus nah und fern in vier Sprachen witzige Geschichten, überraschende Elemente und spielerische Erlebnisse», fasst Beat Aschwanden vom Vorstand die Höhepunkte zusammen.

Verbindendes Element sind «Scheiterbeigen», die an den verschiedenen Standorten diese Geschichten zeigen und erzählen. Für die Errichtung und Umsetzung der Geschichtsreise arbeitet der Vorstand mit zwei Fachkräften zusammen: Kilian T. Elsasser und Daniel Simmen, die schweizweit ähnliche Projekte umgesetzt haben.

Unterstützung für die Restfinanzierung gesucht

«Ein Grossteil des 500'000-Franken-Budgets konnte durch Gönnerinnen und Gönnern, Sponsorinnen und Sponsoren sowie aus Mitteln der Neue Regionalpolitik (NRP) bereits aufgebracht werden. Der Vorstand ist nun noch auf der Suche nach den letzten Sponsorinnen und Sponsoren, sodass im nächsten Herbst die Geschichtsreise eröffnet werden kann», ist Erich Amstad, der für die Finanzen im Verein zuständig ist, überzeugt. Eine erste «Scheiterbeige» beim Bahnhofplatz in Seelisberg ist in diesen Tagen als Prototyp zur Geschichtsreise Seelisberg bereits erstellt worden.