5G-Moratorium in Uri abgelehnt

Der Landrat sprach sich deutlich gegen einen Baustopp für 5G-Antennen in Uri aus. Dies sei Sache des Bundes.

Florian Arnold
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Welche gesundheitlichen Auswirkungen die Strahlen von 5G-Masten haben, ist bis heute nicht klar. «Früher hat man die Menschen auch nicht vor dem Rauchen gewarnt, bis man gemerkt hat, dass es schädlich ist», zog Rafael Keusch (CVP, Altdorf) einen Vergleich bei. «Auf eine solche Wiederholung der Geschichte habe ich keine Lust.» Doch das flammende Votum von Keusch zeigte wenig Wirkung im Rat. Der Landrat sprach sich mit 51 zu 4 Stimmen deutlich gegen ein Moratorium gegen 5G-Antennen aus.

«Die neue Mobilfunkgeneration 5G verspricht ein grosses Innovationspotenzial», sagte Theophil Zurfluh (FDP, Sisikon). Er nannte etwa die massiv höheren Geschwindigkeiten, mehr Kapazitäten aber auch einen geringeren Energieverbrauch. Genutzt würden Frequenzen, die längst in Gebrauch seien. Zudem würden die Grenzwerte der Schweiz die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation um das Zehnfache unterschreiten. Zudem machte er klar: «Ein Leben ohne Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern ist heute kaum möglich.»

«Ich spüre Unsicherheit in der Bevölkerung»

Für Claudia Gisler (CVP, Bürglen) sind dabei aber noch zu viele Dinge ungeklärt. Die bestehenden Grenzwerte seien auf 5G nicht anwendbar. Studien würden zudem darauf hinweisen, dass die Gesundheit geschädigt werden könnte und die 5G-Strahlung könne auch im Zusammenspiel mit anderen Faktoren die gesundheitliche Gefahr erhöhen. «Ich spüre eine Unsicherheit in der Bevölkerung», sagte zudem Oswald Ziegler (CVP, Seelisberg).

Georg Simmen (FDP, Realp) rief zu Pragmatismus: «Wir sind nicht zuständig.» Das unterstrich auch Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzind. «Wir wollen nicht den Schiedsrichter spielen, sondern eine schweizweite Regelung.» Ein Moratorium für Uri sei «nicht stufengerecht», ein schweizweites Moratorium aber denkbar.