77 Bombay Street wollen es musikalisch auf den Punkt bringen

Matt Buchli freut sich auf das Akustikkonzert in Andermatt – und das aus mehreren Gründen.

Interview: Markus Zwyssig
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Matt Buchli am Gurtenfestival.

Matt Buchli am Gurtenfestival.

Bild: Manuel Lopez / Keystone (16. Juli 2016)

Die Popband 77 Bombay Street ist beim Festival Andermatt Live dabei. Die vier Brüder Matt, Joe, Esra und Simri Buchli geben in der neuen Konzerthalle ein Akustik-Konzert. «47 Millionaires», «Up in the Sky», «Oko Town» und «Empire» gehören zu ihren grössten Hits. Leadsänger und Gitarrist Matt Buchli verspricht all die Hits und auch Unbekannteres.

Matt Buchli, Sie sind zurzeit auf Akustik-Tour. Sind Sie bei Ihren elektrisch verstärkten Konzerten sonst auf mehr Technik angewiesen?

Matt Buchli: Der grösste Unterschied zwischen akustisch und elektrisch verstärkt macht das Schlagzeug aus. Dafür wird nicht nur ein Mikrofon benötigt. Es braucht acht bis zehn Mikrofone. Das bringt viel mit sich: Es ist viel lauter, und das ist schwieriger abzumischen. Auf der Akustiktour spielen wir viel reduzierter. Auch die E-Gitarre fällt weg. Das heisst, es sind mehr die Stimmen und die Songs im Zentrum.

In Andermatt spielen Sie in der neuen Konzerthalle. Freuen Sie sich darauf?

Ja, mega. Ich habe bisher erst Fotos gesehen. Ich finde es cool, dass wir als eine der ersten Pop-Bands dort spielen dürfen.

Was gibt es in Andermatt zu hören?

Wir spielen alle unsere Hits. Wir haben aber auch in unseren drei bisherigen Alben gestöbert. Es gibt Songs zu hören, die wir sonst bei unseren Konzerten mit Schlagzeug und elektrischen Gitarren schon lange nicht mehr live gespielt haben. Und darauf freue ich mich sehr.

Reicht es auch zum Skifahren?

Nein, wir übernachten zwar in Andermatt, müssen dann aber weiter. Bereits am nächsten Tag haben wir wieder einen Auftritt in Gstaad.

Der letzte Hit «Empire» liegt dreieinhalb Jahre zurück. Was haben Sie in der Zwischenzeit gemacht?

Ja, geschrieben haben wir den Song sogar bereits vor rund vier Jahren. Musikalisch waren wir gar nicht aktiv. Ich habe mein Studium in Lebensmittelwissenschaften beendet. Meine Brüder haben sich in der Gastronomie betätigt. Sie führen eine Clubbar, ein Hostel und eine Bergbeiz. Eszra hat die Schlagerparade in Chur dreimal organisiert.

War es auch eine kreative Pause?

Das ist schwierig zu sagen. Die Idee zur Pause kam vor allem von mir. Ich hatte das Bedürfnis nach etwas anderem. Ich wollte einen Unterbruch, um mir zu überlegen, ob ich mit meinen Brüdern weiter machen wollte oder alleine. Ich habe aber gemerkt, dass ich für eine Solokarriere zu wenig Motivation habe.

Demnach machen Sie nun wieder gemeinsame Sache?

Ja, voll. Wir gehen in den nächsten Tagen wieder miteinander ins Studio. Wir hoffen, dass wir mit unseren neuen Songs vorwärtskommen.

Gibt es in Andermatt auch neue Songs zu hören?

Eher nicht. Wir wollen die Songs erst fertig aufnehmen und veröffentlichen. Aber wir sind immer für eine Überraschung gut.

Sie sind ein sehr eingespieltes Team.

Ja, sehr. Wir haben auch nicht megakomplizierte Songs. Wenn ich mich als Leadsänger und beim Gitarrespielen wohl fühle, dann können die anderen auch gut mithalten.

Ist es schwierig, mit drei Brüdern unterwegs zu sein?

Ja, es hat seine schwierigen Seiten. Aber es ist nicht schwieriger, als wenn man mit Kollegen zusammen spielt. Schlussendlich kommt es auf den gegenseitigen Respekt an und darauf, dass alle dasselbe Ziel haben. Alles in allem überwiegen die Vorteile, denn wir kennen uns schon lange.

Woher nehmen Sie die Ideen für ihre Songs?

Das ist ganz unterschiedlich. Bei mir als Songwriter kommen viele Ideen, indem ich einfach da sitze und spiele. Es kommt mir etwas in den Sinn, was gut tönt. Darum herum gibt es eine Geschichte. Im Verlaufe des Prozesses überlege ich mir, welche Message ich mitteilen möchte.

Ihre Songs sind aber doch eher einfach gestrickt.

Was gut ist, ist meistens auch einfach. Wir wollen, dass man versteht, um was es in unseren Songs geht. Es ist gar nicht so einfach, ein bestimmtes Thema oder ein gewisses Gefühl in drei Minuten auf den Punkt zu bringen. Das kennen Sie als Journalist sicher auch. Wenn man weniger schreiben kann, ist es nicht unbedingt einfacher. Es muss dann kurz und prägnant sein.

Zweieinhalb Jahre lebten Sie als Familie in Australien. Prägt Sie die Zeit heute noch?

Ja, sehr. Das Wichtigste für uns war, mit der Familie zusammen etwas zu unternehmen. Wir haben dabei gelernt, dass es nicht immer perfekt organisiert sein muss. Wichtig ist, dass man sich Zeit füreinander nimmt. Man darf auch einmal aus dem Alltag ausbrechen. Ohne diese Erfahrung hätten wir die Band vielleicht gar nicht gegründet.

Die Band 77 Bombay Street spielt am Freitag, 13.März, in der neuen Konzerthalle Andermatt. Zudem treten am Festival die Ellis Mano Band, die Pedestrians, Marius Bear und Deer Park Avenue aus den USA auf.