Ab Oktober bezahlen Urner mehr für Strom

Die Urner müssen ab Oktober für den Strom mehr bezahlen. Der Landrat hat am Mittwoch die Preiserhöhung des Elektrizitätswerks Altdorf (EWA) mit 37 zu 14 Stimmen genehmigt. Zuvor hatte Regierungsrat Markus Züst das Parlament gebeten, diese «Kröte» zu schlucken.

Drucken
Teilen
Der Strom aus der Steckdose wird für die Urner ab Oktober teurer (Symbolbild Neue LZ).

Der Strom aus der Steckdose wird für die Urner ab Oktober teurer (Symbolbild Neue LZ).

Ein Haushalt muss dem EWA neu pro Kilowattstunde 0,68 Rappen mehr bezahlen. Damit ergeben sich durchschnittliche Mehrkosten von rund 30 Franken pro Jahr. Da der neue Preis das Tarifniveau des schweizerischen Mittels überschreitet, musste der Landrat die Preiserhöhung absegnen.

Für Eintreten und Zustimmung sprachen sich die Fraktionen von CVP, FDP und SP/Grüne aus. Die SVP opponierte zwar nicht dem Eintreten, votierte aber gegen die höheren Preise. Sie kritisierte, dass in Uri - einem grossen Stromproduzenten - die Tarife steigen, während sie in den Nachbarkantonen laufend sinken.

Interessenkonflikt der Regierung

Auch einzelne Landräte von FDP und SP kritisierten die Preiserhöhung. Ein SP-Mann sprach die Regierung auf ihren Interessenkonflikt an: Baudirektor Markus Züst ist auch Mitglied des EWA-Verwaltungsrates, weil Uri Miteigentümer des EWA ist.

Die Regierungsvertreter im EWA seien sich bewusst, dass sie zwei Hüte trügen, entgegnete Züst. Darum sei man «fast auf Zehenspitzen» an die Preiserhöhung herangegangen. Man habe aber die Zahlen intensiv geprüft und könne mit gutem Gewissen dazu stehen. Er bitte den Landrat, «die Kröte» zu schlucken.

Das tat der Landrat, der am Mittwoch erstmals das neue elektronische Abstimmungssystem benutzte. Mit 52 zu 5 Stimmen (bei 2 Enthaltungen) beschloss er Eintreten; mit 37 zu 14 Stimmen (bei 9 Enthaltungen) genehmigte er die Preiserhöhung und mit 40 zu 10 Stimmen (bei 9 Enthaltungen) den Termin vom 1. Oktober 2012.

sda/ks