Absagen häufen sich: Tourismus in Andermatt merkt Folgen von neuen Coronamassnahmen

Die Coronakrise lässt die Tourismusdestination Andermatt zittern. Obwohl der Kanton keine neuen Massnahmen für Grossveranstaltungen beschlossen hat, häufen sich die Absagen von Veranstaltern.

Nino Gisler
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Die Luft wird immer dünner: Nachdem der Bundesrat am vergangenen Wochenende neue Coronamassnahmen verordnet hat, zogen bereits einige Kantone mit eigenen, strengeren Massnahmen nach. Auch der Kanton Uri hat sich am Dienstag zur aktuellen Coronasituation geäussert, verzichtet aber weiterhin auf ein Verbot von Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen. Trotzdem werden es Grossveranstaltungen im Spätherbst oder Winter schwer haben.

Thomas Christen, Direktor von Andermatt Urserntal Tourismus.

Thomas Christen, Direktor von Andermatt Urserntal Tourismus.

Christian Tschümperlin/Urner Zeitung

So spitzt sich auch die Lage in der Tourismusdestination Andermatt weiter zu. «Es ist sehr verblüffend, wie viele auch kleinere Veranstaltungen diese Woche abgesagt wurden», sagt Thomas Christen, Tourismusdirektor der Andermatt Urserntal Tourismus GmbH (AUT). Gerade im Winter konnte das Urserntal in den vergangenen Jahren mit einer breiten Palette an Veranstaltungen mitmischen. Die Feriendestination Andermatt ist auf ein grosses Angebot an Veranstaltungen angewiesen, doch Corona macht einen Strich durch die Rechnung: «Mit den steigenden Fallzahlen wächst auch die stetige Unsicherheit, ob Veranstaltungen durchgeführt werden können.» Gerade Live-Music-Acts dürften es schwer haben, führt Christen weiter aus. «In Bars und Restaurants lohnt es sich gar nicht, Livemusik anzubieten.»

Tourismusorganisation hält an Durchführung von Veranstaltungen fest

Trotzdem: Auch diesen Winter soll es Events geben. Neben der Green Fashion Week, die voraussichtlich vom 27. bis 29. November stattfinden wird und an der nachhaltige Luxusmode präsentiert wird, sollen auch Sportwettkämpfe stattfinden. Aktuell laufen intensive Abklärungen mit dem Kanton bezüglich Schutzkonzepten für Events, so Christen. Für den Tourismus im Urserntal sind solche Veranstaltungen von immenser Tragweite: «Wenn wir jetzt aufhören, Veranstaltungen und den Winter zu planen, könnten wir unsere Mitarbeitenden im Tourismus entlassen.» Solange kein Veranstaltungsverbot ausgesprochen wird, werde weiter geplant, «das gehört auch zu unserem Job». Sobald die Schutzkonzepte genehmigt werden, erfolgen die Communiqués mit den genauen Vorschriften.

Die vom Bund verordneten Massnahmen erschweren nicht nur die Durchführung von Grossanlässen oder Sportveranstaltungen, auch die Nachtschwärmer müssen sich an neue Vorschriften halten. In den vergangenen Tagen kursierten diverse Meldungen von Club- und Barschliessungen im Internet, so hat der Gasthof in Bürglen am Mittwoch mitgeteilt, dass die Chessi Bar bis auf weiteres geschlossen bleibt. Christen sagt, dass Andermatt Urserntal Tourismus mit den örtlichen Bars, Restaurants und Clubs Gespräche führt. «Grosse Après-Ski-Partys im klassischen Sinn sind in Zeiten von Corona verpönt und wird es heuer nicht geben». Wie der Betrieb in den Lokalen genau geregelt wird, ist aber noch offen. Die Stellungnahmen der betroffenen Restaurants und Clubs liegen noch nicht vor.