ABSTIMMUNG: Gastroszene befürchet Umsatzeinbussen

Die Urner sagen Ja zum neuen Gesundheitsgesetz und somit zum Nichtraucher­artikel. Aber nicht nur deshalb war die SVP am Sonntag im Kanton Uri die grosse Verliererin des Tages.

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In Restaurants rauchen: Das geht in Uri bald nicht mehr so einfach. (Symbolbild Manuela Jans/Neue UZ)

In Restaurants rauchen: Das geht in Uri bald nicht mehr so einfach. (Symbolbild Manuela Jans/Neue UZ)

Die Urner haben das neue Gesundheitsgesetz mit 5391 Ja (60,3 Prozent) zu 3552 Nein gutgeheissen. Abgelehnt wurde die Vorlage in Unterschächen (Nein-Stimmen-Anteil: 69,9 Prozent), Hospental (60), Wassen (58,9), Bauen (54,8) und Silenen (51,9). Am deutlichsten fiel das Ja in Isenthal (70,5 Prozent Ja), Altdorf (68,9) und Seedorf (65,0) aus.

Gesundheitsdirektor Stefan Fryberg zeigte sich erfreut über das «sehr deutliche Zeichen» des Urner Volks. «Im Abstimmungskampf wurde eigentlich nur der Schutz vor dem Passivrauchen diskutiert», sagte Fryberg. «Das Resultat zeigt, dass dies offensichtlich ein grosser Wunsch der Urner ist.» Fryberg bedauert allerdings, dass im Vorfeld des 1. Juni nur das Passivrauchen thematisiert wurde. «Das neue Gesetz ist nämlich als Ganzes gut und schafft wichtige Grundlagen für unsere zukünftige Gesundheitspolitik.»

Weniger Gäste als Folge
Für Carmen Bundi, Präsidentin von Gastro Uri, ist klar: «Der Nichtraucher-Artikel wird der Urner Gastronomie schaden. Einbussen sind garantiert.» Vor allem für die kleinen Betriebe sieht Bundi schwarz. Ihnen fehle der Platz und das Geld, um spezielle Fumoirs einzurichten. Die Konsequenz: «Die rauchenden Gäste werden weniger fleissig kommen, weniger lang bleiben und weniger konsumieren», so Bundi. Sie hat in dieser Sache kein Verständnis für das Vorgehen des Kantons. «Wir übernehmen keine Eigenverantwortung mehr, sondern müssen tun, was der Staat verlangt. Das ist falsch.»

Fryberg kann die (Umsatz-)Ängste des Gastgewerbes nicht ganz nachvollziehen: «Ähnlich gelagerte Kantone wie Uri, etwa Graubünden, Tessin oder Appenzell, haben auch positive Erfahrungen mit Rauchverboten gemacht. Es wird sicher nicht so schlimm wie befürchtet.»

Bruno Arnold

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Urner Zeitung.