ABWASSER URI: Die Verwaltungsräte sind am Anschlag

Gegen 3000 Arbeitsstunden mussten die Verwaltungsräte der Abwasser Uri im ersten Jahr leisten: Das übertraf ihre schlimmsten Ahnungen.

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Der Verwaltungsratspräsident der Abwasser Uri, Heini Sommer. (Archivbild Sven Aregger/Neue UZ)

Der Verwaltungsratspräsident der Abwasser Uri, Heini Sommer. (Archivbild Sven Aregger/Neue UZ)

Vor ziemlich genau zwölf Monaten wurde die Abwasser Uri AG anlässlich einer denkwürdigen Versammlung in Seedorf aus der Taufe gehoben. Denkwürdig deshalb, weil den Verwaltungsräten die ursprünglich versprochenen Entschädigungen deutlich gekürzt wurden.

Die Gewählten erklärten sich nach einer Bedenkzeit schliesslich doch bereit, ihre Mandate vorerst für ein Jahr anzunehmen. An der gestrigen GV in Unterschächen, der ersten ordentlichen nach diversen ausserordentlichen notabene, wurde Bilanz gezogen. Und die fiel aus Sicht des Verwaltungsrates ernüchternd aus.

Belastungsgrenze ist erreicht und noch mehr Arbeit ruft
«Die Belastungsgrenze ist bei uns allen erreicht, zum Teil sogar deutlich überschritten», nahm Verwaltungsratspräsident Heini Sommer kein Blatt vor den Mund. Nach dem ersten Halbjahr sei man sich einig gewesen, dass es in diesem Stil nicht weitergehen könne. Doch das Gegenteil trat ein: Das erste Halbjahr 2008 sei sogar noch schlimmer ausgefallen. Es habe noch mehr Sitzungen gegeben und man müsse davon ausgehen, dass der Arbeitsaufwand aufgrund des Referendums gegen das Abwasserreglement in den nächsten sechs Monaten nicht sinken wird.

«In einer offenen Aussprache haben sich bis auf eine Ausnahme alle bereit erklärt, im Verwaltungsrat zu bleiben. Darüber bin ich sehr froh, denn wir sind ein sehr gutes Team und überzeugt, auf dem richtigen Weg zu sein», so Sommer.

Der Einbau der Wasserzähler macht Fortschritte
Nicht mehr mit dabei ist die Verantwortliche für das Ressort Kommunikation, Irene Denzler. Der vakante Sitz wird vorderhand nicht neu besetzt. Zuerst soll die Ressortstruktur und -aufteilung überprüft werden. Der Verwaltungsrat nimmt an, dass das Referendum gegen die Tarifordnung zu Stande kommt. Er drängt nun darauf, die betreffende Abstimmung so früh wie möglich durchzuführen. Voraussichtlicher Termin ist laut VR-Mitglied Michael Meier der 28. September.

Ruedi Müller informierte über die Installation der Wasserzähler. Davon sind nun über 1000 Stück eingebaut. Den Liegenschaftsbesitzern machte er ein Kompliment: «Die meisten zeigen Verständnis. Es gibt nur wenige, die hartnäckigen Widerstand leisten.»
Einem vom Verwaltungsrat beantragten Kredit über 265'000 Franken zur Realisierung eines eigenen Verrechnungssystems stimmten die Gemeindevertreter einstimmig zu. Abgesegnet wurde auch die Jahresrechnung 2007, die ein Defizit von 457'000 Franken ausweist.

Urs Hanhart

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Urner Zeitung.