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Aktionen für Urner Korporationsbürger sollen «Fyyfliiber» ersetzen

An der Korporationsgemeinde vom kommenden Sonntag wird über eine neue Form des Bürgernutzens abgestimmt. Diese soll sowohl für die Bürger ansprechend sein, als auch Wertschöpfung in verschiedenen Urner Regionen generieren.
Sie werden der neuen Form des Bürgernutzens zustimmen: Korporationsbürger Felix Muheim und Korporationsbürgerin Anita Planzer bei der Talstation Seilbahn Eggberge. (Bild: PD)

Sie werden der neuen Form des Bürgernutzens zustimmen: Korporationsbürger Felix Muheim und Korporationsbürgerin Anita Planzer bei der Talstation Seilbahn Eggberge. (Bild: PD)

(pd/ml) Am 5. Mai wird der Korporationsweibel die Stimmberechtigten auffordern, in den Ring zu treten, und damit die diesjährige Korporationsgemeinde einleiten. Auf dem Altdorfer Unterlehn werden die Korporationsbürger wie alle zwei Jahre die Führungsspitze der Korporation Uri wählen.

Rolf Infanger aus Silenen ist seit 2013 Korporationspräsident. Er stellt sich erneut zur Wiederwahl. Weiter kommt es zu zwei Wechseln: Der bisherige Korporationsvizepräsident, Peter Ziegler aus Flüelen, steht nicht mehr zur Verfügung. Als sein Nachfolger wird Kurt Schuler vorgeschlagen. Kurt Schuler trat 2008 als Vertreter der Gemeinde Altdorf in den Korporationsrat Uri ein. An der Korporationsgemeinde 2013 wurde er zum Korporationsverwalter gewählt. Sofern Kurt Schuler gewählt wird, wird das Amt des Korporationsverwalters vakant. Der bisherige Allmendaufseher Kreis 6, Lukas Wyrsch aus Attinghausen, stellt sich dafür zur Verfügung. Der Korporationsrat Uri empfiehlt Rolf Infanger, Kurt Schuler und Lukas Wyrsch zur Wahl.

Für einen zeitgemässen Korporationsnutzen

Seit 1943 zahlt die Korporation den sogenannten Bürgernutzen als Barbetrag aus. In der Regel erhalten die Korporationsbürger dadurch einen «Fyyfliiber», also 5 Franken. Aufgrund der Bürgerzahl hat die Korporation in den letzten Jahren jeweils rund 100'000 Franken an die Korporationsbürgergemeinden ausgerichtet. Die Bürger konnten dann den Korporationsnutzen in bar bei ihrer Bürgergemeinde abholen. Rund 40 Prozent des Gesamtbetrages wurden bis zum Stichdatum indes jeweils nicht abgeholt. Die entsprechende Summe verfällt daraufhin der Bürgergemeinde und muss zweckgebunden für den Waldfonds verwendet werden. «Die Korporation Uri will den Bürgernutzen bei gutem Geschäftsgang beibehalten. Da die Auszahlung als Barbetrag nicht mehr zeitgemäss ist und immer wieder zu kontroversen Diskussionen führte, haben der Engere Rat und der Korporationsrat nach einer neuen Form gesucht», sagt Korporationspräsident Rolf Infanger. Künftig sieht die Korporation üblicherweise Bürgeraktionen statt des «Fyyfliibers» vor. Die neuen Bestimmungen sollen in einem Gesetz festgehalten werden, über das nun die Stimmberechtigten an der Korporationsgemeinde befinden werden.

Die jeweiligen Bürgeraktionen sollen Wertschöpfung in verschiedenen Urner Regionen generieren und möglichst viele Korporationsbürger ansprechen. Starten will man mit einer Aktion rund um den Schächentaler Höhenweg: «Wer mit seinem Urner Korporationsbürgerausweis zu einer der vier Luftseilbahnen Eggberge, Ruogig, Biel-Kinzig oder Ratzi kommt, erhält kostenlos ein Kombi-Billet», erklärt Felix Muheim, der auf Anfrage der Korporation und als Vertreter der vier Bahnen das Angebot vorbereitet hat. «Ein solches Kombi-Billet kostet normalerweise 21 Franken und berechtigt zu je einer Berg- und einer Talfahrt bei zwei verschiedenen Seilbahnen.»

Felix Muheim erachtet die neue Alternative zur Barauszahlung des Bürgernutzens als durchaus attraktiv. Gleicher Meinung ist auch Korporationsbürgerin Anita Planzer: «Die vorgeschlagene Bürgeraktion gefällt mir gut und ich würde sie bestimmt für einen Ausflug mit der Familie nutzen. Ich denke, da haben wir mehr davon als vom bisherigen Barbetrag. Da mein Mann und ich mit unseren beiden Buben auf den Eggbergen leben, besitzen wir zwar ein Jahresabo der dortigen Seilbahn. Es verbleiben aber immer noch drei weitere Bahnen, von deren Angebot wir profitieren können.»

Sofern die Korporationsgemeinde dem neuen Gesetz zustimmt, wird die «Bähnliaktion» im Jahr 2020 starten. Später können andere Bürgeraktionen im Kanton Uri zur Umsetzung kommen. Es haben beispielsweise erste Gespräche zwischen der Korporation und der Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee sowie der Treib-Seelisberg-Bahn stattgefunden.

Damit die Korporationsbürgergemeinden künftig finanziell nicht benachteiligt werden, will der Korporationsrat einen Gesamtbetrag von 100'000 Franken für den Korporationsnutzen budgetieren. Die geplanten Bürgeraktionen sollen nicht mehr als 50'000 bis 60'000 Franken kosten. «Der Differenzbetrag verbleibt den Korporationsbürgergemeinden. Er wird nach Anzahl ihrer Bürger berechnet und verteilt», erläutert der Korporationspräsident. Neu können die Bürgergemeinden selber entscheiden, wofür sie den erhaltenen Betrag einsetzen – er ist also nicht mehr an den Waldfonds gebunden. Ausserdem werden die Bürgergemeinden von der Barauszahlung entlastet.

Die Vernehmlassung des Gesetzesentwurfes zur Anpassung des Korporationsnutzens hat unterschiedliche Auffassungen ergeben. Entscheiden werden nun die Stimmberechtigten an der Korporationsgemeinde. Der Korporationsrat empfiehlt das neue Gesetz zur Annahme.

Neue Allmendennutzung hat sich bewährt

Auf dem Haldi bestehen derzeit zwei Sonderallmenden: Oberfeld und Gampelen. Bei Sonderallmenden obliegt die Verwaltung den Korporationsbürgergemeinden – in diesem Falle also Bürglen (Bürgler-Teil von Oberfeld) und Schattdorf (Teil Oberfeld und Gebiet Gampelen).

Seit 2015 galt auf den beiden Sonderallmenden versuchsweise ein Alpkonzept mit Alpnutzung auf Gampelen und Pachtlandzuteilung auf Oberfeld. Der Versuch mit den geänderten Nutzungen hat sich bewährt. Inzwischen haben sich die Korporationsbürgergemeinden Schattdorf und Bürglen bereit erklärt, die Gebiete in die Verwaltung der Korporation Uri zurückzugeben. Damit besteht die Basis für die Aufhebung der beiden Sonderallmenden, über die am 5. Mai nun die Korporationsgemeinde abstimmt. Kommt es zu einem Ja, gilt für Gampelen und Stafel ab 2020 Alprecht, und die bisherige Heimkuhweide Oberfeld wird als Bodenallmend verpachtet.

Beide Änderungen sollen der besseren Nutzung der Gebiete dienen, Investitionssicherheit für die Eigentümer schaffen, zur Rechtssicherheit für die Korporation Uri beitragen und die Ziele von Raumplanung und Forst unterstützen. Für die Erteilung der Alprechte wird – nach Annahme des Geschäfts – der Korporationsrat zuständig sein. Pachtlandzuteilungen nimmt der Engere Rat der Korporation Uri vor. Ferienhausbesitzer in den beiden Gebieten werden in Sachen Bewirtschaftung nicht mehr mitbestimmen können. Der Korporationspräsident erklärt: «Für das Sömmerungsjahr 2019 gilt noch einmal das temporäre Alpkonzept der vergangenen Jahre. Der Korporationsrat empfiehlt den Stimmberechtigten, die Änderung der Verordnung anzunehmen.»

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