ALASKA: Urner Extremsportler gelingt Erstbesteigung

Dem Urner Extremsportler Dani Arnold (29) ist erneut eine Erstbesteigung gelungen – am Mooses Tooth in Alaska. Dabei mussten er und sein österreichischer Begleiter David Lama (23) prekäre Situationen meistern.

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Dani Arnold beim Aufstieg auf den Mooses Tooth in Alaska. (Bild: David Lama)

Dani Arnold beim Aufstieg auf den Mooses Tooth in Alaska. (Bild: David Lama)

Dani Arnold – bekannt für seinen unglaublichen Speed – hat zusammen mit David Lama – bekannt für seine bergsteigerischen Höchstschwierigkeiten – in nur 48 Stunden eine neue Route durch die 1500 Meter hohe Nordostwand am Mooses Tooth angelegt. Der Gipfel befindet sich auf 3150 Metern über Meer, südöstlich des McKinleys im Denali-Nationalpark in Alaska.

Das Klettern in Fels und Eis war äusserst schwierig. Auch psychisch verlangte die Route den beiden Sportlern bei Temperaturen um –25 Grad alles ab. «Die Einheimischen erzählten uns, es sei viel kälter als üblich in dieser Jahreszeit», erinnert sich Dani Arnold rückblickend. Die beiden Extremsportler zogen sich möglichst direkt der Fallinie entlang hoch in Richtung Gipfel.

David Lama im Aufstieg zum Mooses Tooth. (Bild: Dani Arnold)
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Dani Arnold (links) und David Lama auf dem Gipfel. (Bild: David Lama)
Die beiden Kletter wählen diese Aufstiegsroute, direkt der Falllinie entlang. (Bild: David Lama)
Gemeinsam mit David Lama gelingt es Dani Arnold (Bild) in nur 48 Stunden eine neue Route durch die 1500 Meter hohen Nordostwand am Mooses Tooth zu eröffnen. (Bild: David Lama)
Die Kletterei im Fels und Eis bei tiefen Temperaturen war äusserst schwierig... (Bild: Dani Arnold)
... und auch psychisch sehr anspruchsvoll. (Bild: Dani Arnold)
Die Nacht verbrachten die beiden Bergsteiger sitzend mitten in der Wand, bevor sie am zweiten Tag den Gipfel erreichten. (Bild: David Lama)

David Lama im Aufstieg zum Mooses Tooth. (Bild: Dani Arnold)

Nachts sitzend in der Wand

Beim Einstieg in die Wand waren die Verhältnisse perfekt, wie sich Dani Arnold erinnert: «David und ich hatten beide die gleiche Vorstellung, bis zu welcher Schwierigkeit wir solo klettern können. So waren wir vor allem im unteren Teil sehr schnell», so Arnold. Dann wurde der Berg immer steiler. «Ich zweifelte einen Moment, ob wir bei diesem langsamen Vorwärtskommen überhaupt einmal den Gipfel erreichen», sagt Arnold. Doch das Team funktionierte gut. Lama übernahm die Felspartien, Arnold nahm sich der Schnee- und Eislängen an. Die Nacht verbrachten die beiden Bergsteiger sitzend mitten in der Wand. Ab und zu massierten sie einander die Füsse.

Schneewächte bereitet Probleme

Der viele Schnee bereitete den beiden Männern Probleme: Als sich der Urner gerade an einer instabilen Schneewächte vorbeimogeln wollte, passierte es: «Plötzlich bricht mir das Eisgerät aus». Mit seinem Rücken berührt er die Wächte und der 500kg schwere Schneebrocken fällt runter, mitten aufs Seil. «Doch ausser einem ausgebrochenem Haken am Stand und zwei kurzfristig aussetzenden Herzen verläuft der Vorfall glimpflich», berichtet Arnold.

Der Schluss war dann mehr gefährlich als schwierig. Arnold: «Ich kletterte immer 60 Meter ohne Sicherung. Das Eis war hart und spröde. Ein Ausbruch eines Pickels hätte fatale Folgen gehabt».

Am 12. April, dem zweiten Tag nach dem Start des Vorhabens im Basislager, erreichten die beiden gegen 18 Uhr den Gipfel. Viel Zeit sich auszuruhen, blieb jedoch nicht, denn das Wetter drohte umzuschlagen. Sie beschlossen, die ganze Wand über die Route abzuseilen und waren nachts um 2 Uhr wieder zurück im Basislager – gerade mal 48 Stunden, nachdem sie aufgebrochen waren.

rem

HINWEIS:
Weitere Infos zur Besteigung des Mooses Tooth mit Reiseberichten von den beiden Bergsteigern auf www.daniarnold.ch und www.david-lama.com

Dani Arnold und die Eigernordwand

Dani Arnold aus Bürglen wurde unter anderem durch seinen Geschwindigkeitsrekord bekannt, den er am 20. April 2011 aufstellte: Alleine und ungesichert bestieg er die Eigernordwand in 2 Stunden 28 Minuten. Der Weltrekord an der 1650 Meter steil abfallenden Route verblüffte ihn selber. Geplant war «nur» ein Alleingang, kein Rekord.