Alle Kläranlagen um den Urnersee sollen an die ARA angeschlossen werden

Abwasser Uri investiert in die Zukunft. Die jährliche Mietgebühr pro Wasserzähler wird tiefer und beträgt noch 18 Franken.

Paul Gwerder
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«Diese Generalversammlung ist speziell, denn aufgrund von Covid-19 waren die Aktionärsgemeinden gebeten, nur mit einer Einerdelegation an der Versammlung teilzunehmen», erklärte der Verwaltungsratspräsident der Abwasser Uri (AWU), Rolf Infanger bei der Begrüssung. Schliesslich waren am Dienstagabend insgesamt 22 Personen in der Mehrzweckhalle in Göschenen und so konnten die Sicherheitsabstände penibel eingehalten werden.

Die Sanierung der Werkleitung an der Gotthardstrasse in Erstfeld ist auf Kurs.

Die Sanierung der Werkleitung an der Gotthardstrasse in Erstfeld ist auf Kurs.

Bild: Paul Gwerder (Erstfeld, 24. November 2020)

Abwasser Uri wechselt aktuell die über zehn Jahre alten mechanischen Wasserzähler durch digitale, fernauslesbare Ultraschallwasserzähler flächendeckend aus. Gegenüber der Erstinstallation kann die Ersatzinstallation deutlich günstiger ausgeführt werden und deshalb beabsichtigt AWU, diesen Preisvorteil den Kunden in Form tieferer Mietgebühren für den Wasserzähler weiterzugeben.

Zuerst stellte Verwaltungsratsvizepräsident Michael Meier die Teilrevision des Abwasserreglements und Tarifordnung der Abwasser Uri vor. Darin ist unter anderem definiert, wann eine Anschlussgebühr geschuldet ist und dass diese bei Gebäuden mit Wohnnutzung nach deren Grösse und aufgrund der Anzahl Zimmer berechnet wird. Besitzer von Gewerbebauten mit einer maximalen Bruttogeschossfläche von 200 Quadratmeter und maximal zwei WC-Einheiten sind bisher überproportional belastet worden und zahlen künftig nur noch die Grundpauschale von 5000 Franken – das sind 7000 Franken weniger als bisher. Ebenfalls günstiger wird die jährliche Mietgebühr von Wasserzähler und diese beträgt neu 18 Franken statt 45 bis 80 Franken wie bisher. Dem neuen Reglement sowie einem Nachtragskredit in der Höhe von 250'000 Franken für das Abwasserpumpwerk in Seelisberg stimmten die Delegierten zu.

In Erstfeld werden die Werkleitungen seit diesem Jahr saniert

Die Abwasserleitungen in Erstfeld werden seit Anfang Jahr zwischen Garage Gisler bis zum Bahnhof aufgrund der vorhandenen Schäden saniert. Dieses Grossprojekt von ungefähr 13 Millionen Franken realisiert die Abwasser Uri zusammen mit den Erstfelder Gemeindewerken und der Baudirektion Uri und sollte bis Sommer 2021 beendet sein. Der Kostenanteil für die AWU beträgt 2,8 Millionen Franken.

13 Millionen Franken kostet das Sanierungsprojekt der Leitungen.

13 Millionen Franken kostet das Sanierungsprojekt der Leitungen.

Bild: Paul Gwerder (Erstfeld, 24. November 2020)

Erfreulich sei, dass sämtliche Abwasserleitungen von Andermatt bis Erstfeld bis Ende 2019 fertiggestellt werden konnten. Das Abwasser von Andermatt fliesst seit dem 20. Oktober 2020 über eine Druckleitung nach Göschenen. Schweizweit einmalig wird dort das Wasser turbiniert und aus dem ungereinigten Abwasser wird mittels eines Kleinabwasserkraftwerks erneuerbarer Strom erzeugt.

Projekte kosten mehr als geplant

Bei drei Projektabrechnungen musste der Verwaltungsratspräsident begründete Kostenüberschreitungen vermelden. So kostete die Sanierung der Groberschliessung in Andermatt 67'000 Franken mehr, das Projekt der Groberschliessung in Altdorf verzeichnete Mehrkosten von 295'000 Franken und die Sanierung der ARA in Seelisberg schloss mit Mehrkosten von rund 451'000 Franken gegenüber dem Nettokredit von 3,3 Millionen Franken ab.

Die Strategie der AWU sieht auch vor, die Anlagen um den Urnersee aufzuheben und an die ARA in Altdorf anzubinden. Ziel ist es, die bestehenden Kläranlagen Sisikon, Bauen Dorf, Bauen-Isleten und Isenthal ausser Betrieb zu nehmen und künftig die Abwässer aus diesen Gebieten auf der ARA Altdorf zu reinigen. Es ist vorgesehen, dieses Projekt im nächsten Jahr von den Delegierten genehmigen zu lassen.

Für das Jahr 2021 wird ein Defizit budgetiert

Verwaltungsrat Josef Zopp stellte den Delegierten das Budget 2021 im Detail vor. Dieses rechnet bei einem Aufwand von 8,795 Millionen Franken und Erträgen von 8,28 Millionen Franken mit einem Mehraufwand von 515'000 Franken. Ein wesentlicher Grund dafür sind die hohen Investitionen und die damit verbundenen Abschreibungen. «Dank der Reserven von rund sechs Millionen Franken steht die AWU trotzdem solide da», erklärte dazu Josef Zopp.