Alpen-Initiative kritisiert «unvollständigen» Kostenvergleich

Die Alpen-Initiative wird dem Bundesrat vor, im Hinblick auf die Sanierung des Gotthard-Strassentunnels falsch informiert zu haben. Der Bau einer zweiten Röhre koste nicht 0,8 bis 1,6 Mrd. Franken mehr als die Verladelösung, sondern 2,8 bis 3,4 Mrd. Franken mehr.

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Ein LKW braust durch den Gotthard-Strassentunnel. (Bild: Keystone)

Ein LKW braust durch den Gotthard-Strassentunnel. (Bild: Keystone)

Ende Juni hatte sich der Bundesrat für den Bau eines zweiten Strassentunnels am Gotthard ausgesprochen. Damit soll eine Totalsperrung des Alpendurchgangs während der Tunnelsanierung in den 2020-er Jahren verhindert werden.

Eine temporäre Totalsperrung wurde auf 1,2 bis 2, eine zweite Röhre auf 2,8 Mrd. Franken beziffert. Aufgrund der Kostendifferenz von 0,8 bis 1,6 Mrd. Franken entschied sich der Bundesrat für die zweite Röhre - sie habe Mehrwert in Bezug auf eine allfällige weitere Totalsanierung in fünfzig Jahren.

Nun aber zeigt die Alpen-Initiative überzeugt, dass der Bundesrat von einem unvollständigen Kostenvergleich ausgegangen sei und wesentliche Elemente «vergessen» habe, wie sie am Montag mitteilte.

Bei der Berechnung der LKW-Verladegebühren könne rund doppelt so viel verlangt werden, also 210 statt 105 Franken, schreibt die Alpen-Initiative. Denn zusätzlich zu LSVA und Dieselverbrauch will sie auch Amortisation und Unterhalt des Fahrzeugs hinzurechnen.

Zudem verteure sich die Lösung mit der zweiten Röhre durch die Betriebs- und Unterhaltskosten des neuen Tunnels bis zur nächsten Sanierung nach 40 Jahren auf 3,8 bis 4,4 Mrd. Franken. «Somit ergibt sich eine effektive Kostendifferenz von 2,8 bis 3,4 Mrd. Franken zwischen der Verladelösung und dem Bau einer zweiten Röhre», schreibt die Alpen-Initiative.
 
sda.