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Neue Alpkäserei auf dem Usser Äbnet sorgt für Schwärmerei

Zwei Jahre dauerte der Neubau der Alpkäserei Surenen. Bei der Einweihungsfeier berichtete die Käserfamilie von den ersten Eindrücken.
Robi Kuster
Die neue Alpkäserei Surenen wurde mit einer Messe von Pfarrer Viktor Hürlimann, musikalisch begleitet vom Jodlerklub Schlierental Alpnach, eingeweiht. (Bild: Robert Kuster, 5. August 2019)

Die neue Alpkäserei Surenen wurde mit einer Messe von Pfarrer Viktor Hürlimann, musikalisch begleitet vom Jodlerklub Schlierental Alpnach, eingeweiht. (Bild: Robert Kuster, 5. August 2019)

Am Sonntag, 4. August, wurde die neue Alpkäserei Surenen auf dem Usser Äbnet eingeweiht. Das Usser Äbnet am Surenenpass ist eine leistungsfähige Urner Korporationsalp. Hier werden jeden Sommer 18 Tonnen Alpkäse hergestellt. Die Milch stammt von den vier Genossenschaftern Andreas Zgraggen, Karl Schilter, Vroni Kempf, und Ruedi Zurfluh (Hohbiel) sowie zeitweise noch von Hans Zurfluh vom Steinäbnet.

Die Milch wurde schon seit 1987 gemeinsam in der Alpkäserei auf dem Usser Äbnet verwertet. Da aber die Gerätschaften und die Energieversorgung ins Alter kamen und der Käsekeller zu klein war, entschied man sich für einen kompletten Neubau mit zusätzlichen Räumlichkeiten für Personal und Käserfamilie.

Alpbeizli von Touristen rege genutzt

Wie Andreas Zgraggen bei der Begrüssung zur Einweihungsfeier sagte, habe der Neubau der Alpkäserei einige Sitzungen benötigt. Die Neue Käserei beanspruchte rund zwei Jahre Bauzeit. Vierhundert Tonnen Material waren nötig. Da die Alp mit keiner Strasse verbunden ist, musste sämtliches Baumaterial entweder mit der Seilbahn oder dem Helikopter (400 Rotationen) befördert werden. Dies erklärt auch die Kosten von 890'000 Franken.

Mit einer Messe von Pfarrer Viktor Hürlimann und dem Jodlerklub Schlierental aus Alpnach wurde dem Gebäude am Sonntag der Startschuss gegeben. Die Lieder und Naturjütz passten zur Bilderbuch-Kulisse vor dem Spannort. Viktor Hürlimann riet den Älplern, wachsam zu sein, denn vor lauter Geschäftigkeit könne man leicht Wichtiges vergessen. Im Gleichnis habe der Bauer alles richtig gemacht und sei dann gestorben. Alle Güter dieser Welt seien den Menschen nur anvertraut. Im Gottesdienst dachte man darum auch an den verstorbenen Genossenschaftspräsidenten Klaus Kempf und den abgestürzten Helikopterpiloten Daniel Neugel.

Die Käserfamilie, Florentin und Daniela Spichtig mit ihren drei Kindern, hat sich gut eingelebt und schwärmt von den grosszügigen Räumen und den neuen Gerätschaften der Alpkäserei. Florentin Spichtig durfte sogar selber als Mitglied des Jodlerklubs zur Einweihung beitragen. Freuen durften sich auch die neuen Helfer der Käserei. Elke und Roman stammen aus Freiburg im Breisgau. Die beiden liessen sich vorzeitig pensionieren, um noch eine andere Seite des Lebens kennen zu lernen. Sie geniessen die unvergleichliche Natur auf 1600 Metern über Meer.

Das Alpbeizli der Familie Schilter wird rege genutzt. Die Gäste sind Touristen aus Engelberg oder aus Uri. Das Alpbeizli ist eine willkommene Zwischenstation. Wer hier schon müde ist, kann immer noch die Seilbahn zum Stäfeli hinunter benützen, welche abwechselnd von den Älplerfamilien betrieben und gewartet wird.

Die Alpprodukte vom Usser Äbnet sind gefragt. Der grösste Teil des Käses geht an die Urner Alpkäsegenossenschaft. Der Rest wird direkt vermarktet. Am Urner Alpkäsemarkt werde nur ein kleiner Teil verkauft, meinte Andreas Zgraggen. Er diene vorwiegend der Werbung und dem Kontakt mit der Bevölkerung und anderen Älplern.

Neue Alpkäserei dank gutem Einvernehmen

Wie Andreas Zgraggen sagte, der mit seiner Freundin Theres Arnold die Alp von den Eltern Othmar und Antonia übernommen hat, sei der Neubau nur möglich gewesen, weil man auf dem Usser Äbnet seit Generationen eng zusammengearbeitet habe. So entstanden auch eine leistungsfähige Seilbahn für vier Personen, neue Laufställe, das Alpbeizli und vieles mehr. Der Tagestourismus habe stark zugenommen, vor allem seit man im Alpkäse-Trail die Werbung gemeinsam mit den Käsereien der Umgebung mache. Seither benützen viele Wanderer oder Biker die Rundwanderung, beziehungsweise Biketour über die Füren, Blacken, Äbnet und kehren dann in den Alpbeizli Hohbiel von Ruedi und Sibylle Zurfluh-Muheim oder bei Karl und Luzia Schilter im Usser-Äbnet oder unten im Stäfeli und Alpenrösli ein. Alle laden zu den Käse- und Fleischspezialitäten der Umgebung ein. Im Alpkäse-Trail sind acht Alpkäsereien aus der Umgebung von Engelberg aufgeführt. Daneben werden auch 13 Möglichkeiten für Übernachtungen und Verpflegung genannt. Der Alpkäse-Trail sei eine wahre Fundgrube für Wanderer, die auch Alpkäse kaufen möchten, sagte Andreas Zgraggen.

Das Usser Äbnet ist ideal gelegen. Am Sonntag waren noch viele andere Gäste und die Älplerfamilien des Usser-Äbnets anwesend. Viele staunten über die neueste Technologie in der Käserei und die schön geschmückten Hütten und genossen die Klänge des Ländlertrios Tänzig. Auf Anfrage kann die neue Alpkäserei auch von Gruppen weiterhin besichtigt werden. Das neue Chäslädeli enthält ein grosses Angebot von selber hergestellten Produkten.

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